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Die Nebelschwaden verhüllten fast vollständig die Sicht auf die vier größten Jupitermonde. Mariku kniff die Augen zusammen, doch er konnte ihre Umrisse nur schwach durch den Nebel erkennen. Mariku nannte es Nebel, obwohl er wusste, dass es eher Gas war. Immerhin so viel hatte er sich aus der Schule gemerkt. Er streckte den Hals ein bisschen und sah nach unten. Wasser schwappte gegen die Säulen des Gebäudes. Mariku kniff erneut die Augen zusammen als er glaubte Gestalten im Wasser zu erkennen. Fast hätte er sein Gesicht gegen die Scheibe gedrückt. Er überlegte, was er über Jupiter und seine Bewohner wusste, doch die Erinnerungen waren nur schwammig. Er war nicht unbedingt der beste Schüler gewesen, was Planetenkunde anging. Das war ihm alles zu trocken gewesen. Raumschiffe dagegen waren schon eher sein Ding, deshalb war er auch besonderes aufgeregt endlich auf Jupiter zu sein. Es war der Planet mit dem größten Weltraumhafen in dieser Galaxie.

Mariku drehte sich von der Scheibe weg und ließ seinen Blick durch den riesigen Raumhafen schweifen. Er konnte die vielen Eindrücke, die auf ihn einprasselten, gar nicht richtig verarbeiten. Es war einfach zu überwältigend. Noch nie hatte er so viele unterschiedliche Spezies an einem Ort gesehen. Er war zwar schon oft auf dem Raumhafen auf dem Mond gewesen, doch dieser war winzig im Vergleich zu Jupiter. Es war ein Meer aus bunten Gestalten, die sich in Sprachen unterhielten, die Mariku noch nie zuvor gehört hatte. Er atmete tief durch. Selbst die Gerüche konnte er nicht beim Namen nennen, weil es in seiner Sprache keine Namen dafür gab. Mariku schloss die Augen und ließ alles auf sich wirken. Er verspürte ein angenehmes Ziehen in seinem Magen. Nur schwer konnte er ein breites Grinsen unterdrücken. Er konnte es immer noch nicht fassen, dass er hier war. Damit war er nur noch einen winzigen Sprung davon entfernt sich seinen großen Traum zu erfüllen.
Mariku öffnete seine Augen wieder und betrachtete zum wiederholten Male das Blatt Papier in seinen Händen. Er konnte den Text darauf inzwischen schon auswendig. Es war die Aufnahmebestätigung für eine der besten Pilotenschulen, die es gab. Nur wenige bekamen jedes Jahr die Chance dort eine Ausbildung zum Pilot abzulegen. Es gab viele Pilotenschulen, doch keine stand für mehr Qualität als die Cera Academy auf dem Planeten Ptera. Den Abschluss dort schafften nur die Besten.
Mariku seufzte. Schon als Kind hatte er davon geträumt einmal den Weltraum zu bereisen. Er wollte alles sehen: Aliens, deren Namen er nicht aussprechen konnte, Planeten, deren Atmosphären ihn wohl umbringen würden und Sternensysteme von denen er jetzt noch nicht einmal etwas ahnte. Mariku gab einen vergnügten Laut von sich.
Er konnte sich wirklich glücklich schätzen, dass er als normaler Mensch eine Chance bekommen hatte. Er hatte keine besonderen Fähigkeiten, keine Supersicht oder irgendwelche Klauen oder Flügel. Er war so unauffällig, dass er sich teilweise richtig unwohl fühlte zwischen all den Aliens, die ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit spielend jeden Knochen im Leib brechen konnten. Trotzdem, er schüttelte den Kopf um die Gedanken zu vertreiben, er hatte es geschafft. Seine Leistungen hatten das Auswahlkomitee überzeugt und er würde sein Bestes geben. Er würde es allen zeigen, die auf der Erde über ihn gelacht hatten. Er ballte die Hände zu Fäusten und zerknüllte dabei das Papier. Natürlich hatten sie nicht mehr über ihn gelacht, nachdem er mit ihnen fertig gewesen war. Da konnten sie froh sein, dass sie überhaupt noch lachen konnten. Er war jetzt jedenfalls Schüler an der Cera Academy, zumindest fast; er musste nur noch hinkommen.

Mariku schob das Blatt zurück in seine Hosentasche und schlenderte über das Gelände. Er hatte noch Zeit bis zum Abflug und wollte sie dazu nutzen sich umzusehen. Mit großen Augen betrachtete er die Wesen, an denen er vorbeikam. Manche hatten eine Art Fell, andere waren wiederum durchscheinend als wäre ihr Körper aus Glas. Er sah die verschiedensten Hautfarben von blau bis rot. Hörner, Krallen, Schwänze, Flügel. Mariku konnte sich gar nicht sattsehen. Er hörte Fetzen der Gespräche um ihn herum, doch verstand kein Wort. Er sprach selbst nur Arabisch, Englisch und die Handelssprache, die von den meisten Aliens gesprochen wurde. Es hätte ihn interessiert, über was sich Aliens so unterhielten, doch es war ebenso interessant die unterschiedlichen Sprachen zu hören.
Der Raumhafen war jedoch mehr als nur eine große Bushaltestelle; er bot auch Geschäfte, fliegende Händler, Hotels und Bars. Mariku trieb sich zwischen den Händlern herum, die die seltsamsten Sachen verkauften. Etwas sah aus, wie ein Tintenfisch in einem Glas und Mariku wollte gar nicht wissen, wofür das gut war oder um was es sich wirklich dabei handelte.
„Hey Junge“, sprach ihn plötzlich einer der Händler an. Im ersten Moment dachte Mariku, er hätte keine Arme bis er die Klauen sah, die aus seiner Körpermitte ragten. Vier an der Zahl und feuerrot. In einer hielt er einen Becher, der eine bernsteinfarbene Flüssigkeit enthielt. Als er Mariku den Becher unter die Nase hielt, reichte allein der Geruch aus um diesem die Tränen in die Augen zu treiben. Es brannte und er begann sich schummrig zu fühlen. Mariku stolperte zurück und zwischen den Aliens hindurch. Nur langsam erholten sich seine Augen und Mariku wischte sich die Tränen von den Wangen. Er wollte sich an der Wand abstützen, fasste statt an Metall jedoch in etwas Weiches. Überrascht zuckte er zurück und fiel dabei rückwärts über eine Kiste. Mariku verzog das Gesicht als er unsanft zu Boden ging.
„Entschuldigung“, murmelte er.
„Aber nicht doch“, hörte er eine weibliche Stimme mit einem angenehmen Klang sagen. Er sah auf. Ihre Haut war hellblau mit dunkelblauen Tätowierungen und die Augen ein klares, strahlendes Grün. Sie hatte keine Haare, sondern ihr Hinterkopf ging in zwei Tentakel über, die wie zwei lange Zöpfe bis hinab zu ihrem Hintern reichten. Das minderte ihre Schönheit jedoch nicht im mindestens. Das Kleid, das sie trug, betonte ihre Reize genau richtig. Mariku schluckte. Ihre vollen, roten Lippen schenkten ihm ein Lächeln. Unbewusst leckte sich Mariku über die Lippen. Er schaffte es nicht den Blick von ihr abzuwenden. Nur schwerfällig und mit offen stehendem Mund rappelte Mariku sich auf. Sie streckte ihre Hand nach ihm aus und strich ihm mit den Fingerrücken über die Wange. Mariku bekam eine Gänsehaut. „Du hast dir doch nicht wehgetan?“
„Nein“, antwortete Mariku mit heiserer Stimme. Sein ganzer Körper war auf die Alienfrau ausgerichtet, die mit ihren schlanken Fingern an seinem Hals entlang strich.
„Da bin ich aber erleichtert. Es wäre doch eine Schande, wenn so ein hübscher Kerl wie du, sich verletzen würde.“ Sie kam näher und Mariku atmete ihren Duft ein, der ihn an Blumen erinnerte. „Oder soll ich lieber nachschauen, ob wirklich alles in Ordnung ist?“ Als sie ihren Körper gegen Marikus presste entflammte dessen Erregung vollends. Er wusste nicht was mit ihm passierte, aber er wusste, er wollte diese Frau auf jede erdenkliche Weise.

Plötzlich packte ihn jemand an den Schultern und riss ihn zurück. Erneut landete er auf dem Boden und Mariku blinzelte verwirrt. Der Zauber war so schnell verflogen wie er gekommen war. Was war mit ihm passiert? Er konnte sich sein Verhalten selbst nicht erklären. „Ich denke nicht, dass er schon alt genug ist für dich, meine Liebe.“ Mariku sah zu dem Mann auf, der sich neben ihn gestellt hatte, doch durch die Kapuze, die er trug, konnte Mariku sein Gesicht nicht sehen. Die Alienfrau presste die Lippen missbilligend aufeinander. Sie sagte etwas in einer Sprache, die Mariku nicht verstand, aber dem Klang nach, waren es keine netten Worte. Sie wandte sich ab und verschwand in der Menge. Der Mann wandte sich Mariku zu und hielt ihm die Hand hin. Mariku ließ sich von ihm wieder auf die Beine ziehen. Jetzt konnte er sehen, dass es ein Mensch war. Er war mindestens 50 und hatte einen Vollbart. Die grauen Augen musterten ihn interessiert. „Du solltest vorsichtig sein“, warnte er Mariku.
Verlegen fasste sich Mariku an den Hinterkopf. „Ja, vielen Dank.“ Mehr brachte er nicht heraus. Normalerweise war er nicht auf den Mund gefallen, doch die neue Umgebung verunsicherte ihn. Hoffentlich würde sich das ändern, sobald er an der Akademie war. Er mochte diese schüchterne Seite an sich wirklich überhaupt nicht.
„Geh lieber zu deinem Schiff.“ Mit diesen Worten ließ der Mann Mariku allein zurück. Mariku atmete tief durch und ließ die Schultern hängen. Man, wie peinlich. Er musste wirklich noch viel lernen.
Er zog wieder die Annahmebestätigung aus der Tasche und drehte sie um. Auf der Rückseite hatte er die Nummer der Plattform notiert, von der sein Schiff fliegen würde. Zumindest glaubte er, dass es eine Nummer war. Es war ein seltsam-verschnörkeltes Zeichen und er wusste nicht einmal, ob er es richtig abgeschrieben hatte. Mit dem Zettel in der Hand ließ er die Händler hinter sich und betrat den Teil des Raumhafens, der die Schiffe beherbergte.

Staunend und mit einem Hauch Ehrfurcht betrachtete er die Raumschiffe, die majestätisch vor ihm aufragten. Aliens in verschiedenen Uniformen rannten eilig durch die Gegend, begrüßten Gäste oder nahmen Gepäck entgegen. Mariku seufzte. Er könnte sich niemals einen Flug mit einem dieser Luxus-Schiffe leisten. Er war überhaupt froh, dass er einen bezahlbaren Flug gefunden hatte. Aber vielleicht würde er auch eines Tages eines dieser großen Schiffe steuern. Bei dem Gedanken verspürte er wieder dieses angenehme Ziehen in seinem Magen.
Mariku verglich die Zeichen an den Säulen mit dem, dass er aufgeschrieben hatte. Die Schiffe wurden mit der Zeit immer kleiner und verloren an Glanz. Bei den kleineren Schiffen gab es keine Uniformierten mehr, die Gäste begrüßten und sich um das Gepäck kümmerten. Die Gestalten an denen Mariku vorbeikam machten einen eher zwielichtigen Eindruck auf ihn und er beschleunigte unbewusst seine Schritte.
„Ich warne dich, du raffgieriges Biest“, drang es an Marikus Ohren, während er das Symbol auf der Säule mit seinem verglich. Es sah fast identisch aus. Er sah zum Schiff, dessen Außenhülle in weiß und blau gehalten war und in einem unerwartet gutem Zustand war. AMANE stand in, sehr zu Marikus Überraschung, lateinischen Lettern auf dem Rumpf. „Wenn ich während des Flugs auch nur ein Problemchen habe, dann komm ich zurück und sorg dafür, dass du nie wieder ein Goldstück in seine gierigen grünen Finger bekommst. Hast du mich verstanden?“ Mariku wandte seine Aufmerksamkeit dem Sprecher zu. Er stand mit dem Rücken zu ihm, sodass Mariku nur seine langen, weißen Haare sehen konnte. Er hielt ein Wesen in die Luft, nicht größer als ein Kleinkind, mit tiefgrüner Haut und einer großen Hakennase.
„Natürlich, mein Herr, natürlich.“ Es hatte eine schrille Stimme, die Mariku in den Ohren wehtat. Der Weißhaarige ließ das kleine Alien los und es landete auf seinem Hintern. Schnell rappelte es sich wieder auf und ging murmelnd davon. Mariku verstand nicht was es sagte, doch es klang nicht sonderlich glücklich.

„Und da dachte ich immer Cygni wären so nette und liebe Zeitgenossen.“ Überrascht sah Mariku zur Seite. Er hatte den Mann, der plötzlich neben ihm stand, nicht kommen hören. Unter den langen, weißen Haaren lugten spitze Ohren hervor. Eins von ihnen war fast komplett zerfetzt. Er grinste und Mariku konnte die langen, spitzen Eckzähne sehen. Seine dunklen Augen blitzten amüsiert während er den anderen Weißhaarigen betrachtete. Der hatte sich inzwischen umgedreht und sah alles andere als gutgelaunt aus.
„Pass auf was du sagst, du elendiger Blutsauger.“ Ryou richtete seine marmorierten Krallen auf ihn. Mariku nutzte die Gelegenheit ihn zu mustern. Statt Haut hatte er eine Art Fell (vielleicht war es auch so etwas Ähnliches wie Daunen, Mariku war sich nicht sicher) und seine Ohren waren mehrere lange, weiße Federn. Er hatte eine kleine Nase und große braune Augen. Seine Gesichtszüge waren sanft, wenn auch gerade zu einer wütenden Grimasse verzogen.
Bakura hob abwehrend die Hände. „Schon gut, schon gut. Nur ein kleiner Scherz.“
„Noch so ein dummer Spruch und du kannst dir ein anderes Schiff suchen. Sei froh, dass ich Gesindel wie dich überhaupt mitnehme“, fauchte Ryou. „Wenn du auch nur eine falsche Bewegung machst, dann pulverisiere ich dich eigenhändig. Und jetzt her mit den Münzen!“ Bakura reichte ihm ein kleines Säckchen. Mariku hörte die Münzen darin klimpern. Prüfend wog Ryou den Beutel in der Hand. „JOU!“ Das Klackern von Hufen war zu hören. Jonouchi hatte große gebogene Hörner, die seitlich aus seinem Kopf ragten und seine Beine gingen ab den Knien in Hufe über. Ryou drückte ihm den Beutel in die Hand. „Zähl das nach.“ Er sah Mariku. „Und du?“
Mariku riss seinen Blick von Jonouchi los. „Äh, hallo, ich bin Mar…“
„Interessiert mich nicht“, unterbrach Ryou ihn barsch und streckte die Hand aus. Mariku stellte seine Tasche auf dem Boden ab und ging in die Knie. Er zog den Reißverschluss auf und holte ebenfalls einen kleinen Beutel hervor, den er Ryou reichte.

Ohne ein weiteres Wort drehte Ryou sich um und ging Richtung Schiff. „ANZU!“
Mariku stieß hörbar Luft aus. Hatte er sein Selbstbewusstsein auf der Erde vergessen? „Oh wow, was ist dem den über die Eingeweide gelaufen?“ Mariku zuckte nur mit den Schultern und hob seine Tasche wieder auf. Bakura betrachtete ihn interessiert. „Du bist ein Mensch.“
„Äh ja. Und du bist…?“ Doch Mariku konnte seine Spezies nicht nennen. Er wusste einfach noch viel zu wenig über die unterschiedlichen Aliens. Die Menschheit war immer noch zu verbohrt um in den Schulen vernünftig darüber zu lehren und wenn, dann hatte er nicht ausreichend aufgepasst.
„Nocidea“, antwortete Bakura beiläufig. „Ich hab noch nie einen Menschen getroffen.“ Er kam unangenehm nahe und Mariku setzte einen Fuß nach hinten und lehnte seinen Oberkörper von ihm weg. Bakura hatte die Augen geschlossen. „Süß“, murmelte er grinsend, dann leckte er sich über die Lippen. „Sehr süß.“ Fragend hob Mariku die Augen. Was war mit diesem Kerl nur los? Was war süß? Etwa er? Wollte er ihn anmachen? Er wusste, dass er gut aussah, aber mussten deswegen alle Aliens, die er traf, auf ihn scharf sein?
„Wollt ihr da ewig rumstehen?“, rief Ryou ihnen verärgert zu. „Packt euer Zeug und rein ins Schiff. Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit.“
Bakura verdrehte die Augen. „Wie gut, dass wir den nur ein paar Tage ertragen müssen.“
„Das hab ich gehört!“ Bakura lächelte Ryou nur übertrieben an.

Neben Ryou stand inzwischen eine Frau. Ihre Haut war grünlich-blau und leicht durchscheinend. Mariku konnte die dunkelblauen Adern darunter erkennen. Sowohl ihre Lippen als auch ihre Augen waren ebenfalls tiefblau. Sie hatte keine Pupillen. Zwischen ihren Fingern hatte sie Schwimmhäute. Sie lächelte Mariku an und der lächelte unsicher zurück. Was war das heute nur mit ihm und den Aliens? „Die Lady steht auf dich“, flüsterte Bakura ihm zu und zwinkerte. „Ich hab gehört Seiren sind ausgezeichnete Liebhaber.“ Mariku hob die Augenbrauen, nicht sicher was er dazu sagen sollte. Er hatte nicht vor sich mit irgendwem außerhalb seiner Spezies einzulassen. Er warf einen Blick über die Schulter. Die Seire sah ihn immer noch an, während Ryou auf sie einredete. Mariku seufzte. Er hoffte nicht, dass das so weiter ging. „Ich bin übrigens Bakura.“
„Mariku“, murmelte Mariku. Plötzlich fühlte er sich müde und ausgelaugt. Erst die lange Reise bis Jupiter, während der er vor Aufregung kein Auge zu getan hatte, und dann das Geschehen hier machten sich nun deutlich bemerkbar. Er freute sich auf seine Kabine und auf sein Bett.

Im Schiff wartete Jonouchi auf sie. Er grinste sie schief an. „Macht euch nicht so viele Gedanken über Ryou. Er ist eigentlich ganz nett, zumindest wenn er schläft.“ Er lachte über seinen eigenen Witz. Das Geräusch seiner Hufe widerhallte an den Wänden. „Er ist etwas verkrampft.“
„Ich wüsste da etwas um ihn aufzulockern“, sagte Bakura grinsend und selbst Mariku schmunzelte.
Jonouchi lachte wieder. „Das lass ihn bloß nicht hören. Nocidea, das hier ist dein Zimmer und gleich daneben das für unser Menschlein.“
„Ich hab auch einen Namen“, murrte Mariku.
„Ja, da bin ich mir sicher, aber ich weiß ihn nicht.“
„Ich heiße Mariku, okay?“
„Man Mariku.“ Bakura legte seinen Arm um seine Schulter. „Nicht so ernst.“
Mariku schob ihn von sich. „Lass das.“ Er hatte heute wirklich schon genug Körperkontakt mit Aliens gehabt und Bakura war ihm nicht ganz geheuer.
„Abflug ist in einer Stunde“, informierte sie Jonouchi. „Ich wünsche noch einen angenehmen Aufenthalt.“ Er deutete eine Verbeugung an.

Mariku öffnete die Tür zu seiner Kabine und ließ seine Tasche aufs Bett fallen. Außer dem schmalen Bett gab es noch einen kleinen Schrank, einen Stuhl und einen Tisch, der an der Wand befestigt war. Es war nicht viel Platz und Mariku erinnerte es eher an eine Gefängniszelle. Er ließ sich auf’s Bett sinken. Es war ja nur für ein paar Tage. Er schob die Tasche vom Bett und streckte sich darauf aus. Dabei stieß er mit dem Kopf gegen den Bettrahmen. Er seufzte. Jetzt war er auch noch zu groß für dieses Bett. Großartig. Er rollte sich zusammen und gähnte. Die Aufregung hatte ihn müde gemacht.


Ein Beben ging durch das Schiff und Mariku schreckte aus dem Schlaf hoch. Er brauchte einen Moment um sich zu orientieren. Ach ja, er war auf dem Weg nach Ptera und scheinbar waren sie inzwischen zum Abflug bereit. Gähnend stand Mariku auf und rieb sich seinen verspannten Nacken, dann verließ er sein Zimmer. Er wollte unbedingt beim Start zusehen.
Ryou studierte das Hologramm einer Sternenkarte als Mariku das Cockpit betrat. „Was willst du hier?“, fauchte Ryou ihn sofort an.
„Ich würde gern zusehen“, erklärte Mariku ruhig. Er hatte nicht vor sich von Ryou einschüchtern zu lassen.
Ryou seufzte genervt. „Verschwinde!“ Mit einem Knopfdruck verschwand die Sternenkarte.
„Ich werd auch nichts anfassen.“
Ryou spannte den Kiefer an. „Lass ihn doch“, mischte sich Anzu ein und schenkte Mariku ein breites Lächeln.
Ergeben warf Ryou die Arme in die Luft. „Setz dich da hin und halt die Klappe.“ Mariku zwinkerte Anzu zu und diese wandte verlegen den Blick ab. Vielleicht war es doch nicht so schlecht, dass so manche Alienfrau scharf auf ihn war. Das brachte immerhin auch Vorteile. Er ließ sich auf den Stuhl sinken, den Ryou ihm zugewiesen hatte und schnallte sich an. Neugierig sah er sich um. Nicht weit von ihm entfernt saß ein Alien, das er nicht kannte. Seine Haut wirkte wie Stein, sie war schwarz und von roten Adern durchzogen, die Mariku an Lava erinnerten.

Die vielen Knöpfe und Hebel machten ihn aufgeregt. Zu gern wäre er jetzt selbst am Steuer gesessen. Er konnte es kaum erwarten, sein eigenes Schiff zu besitzen, auch wenn bis dahin noch Jahre vergehen würden. „Okay Jou, bring uns von hier weg.“ Ryou verschränkte die Arme vor der Brust während das Schiff vom Boden abhob. Mariku hörte, wie das Fahrgestell eingezogen wurde. Langsam schwebten sie nach oben. „Sachte.“
„Jaja, ich mach das nicht zum ersten Mal“, erwiderte Jonouchi.
„Das letzte Mal hast du ein anderes Schiff gerammt!“
Jonouchi grinste verschmitzt. „War ja keine Absicht.“ Er ordnete sich hinter einem anderen Schiff ein. In der Distanz konnte Mariku eine Schleuse entdecken durch die die Schiffe den Raumhafen verließen.
„Fahr nicht so nah auf“, fauchte Ryou.
„Ruhig Blut, Chef.“
„Ich hab keinen Bock schon wieder einen Schaden zu bezahlen. Das hatten wir schon oft genug.“ Wieder ein verschmitztes Grinsen von Jonouchi. Mariku wunderte sich, warum Ryou überhaupt zuließ das Jonouchi das Schiff steuerte, wenn er so viele Unfälle baute.

Die Schleuse öffnete sich für sie. „Honda, Schwerkraft auf T5.“ Mariku verspürte einen Druck auf den Ohren, wie beim Abflug eines Flugzeugs. Seine Hände waren feucht vor Aufregung. Jupiters Gasschicht versperrte die Sicht und Ryou murrte. „Welcher Idiot hat eigentlich den Raumhafen auf dem unübersichtlichsten Planeten in diesem Sonnensystem gebaut?“ Er ließ sich auf einen Stuhl sinken und öffnete noch einmal die Sternenkarte. „Jou halt dich rechts.“ Langsam klärte sich die Sicht auf als sie die Atmosphäre verließen. Mariku betrachtete mit offenem Mund die unzähligen Sterne, auf die er jetzt freie Sicht hatte. Selbst Saturn konnte er erkennen. „Kurs GV38. Langsam beschleunigen.“ Das Schiff machte einen Sprung nach vorne. „Langsam hab ich gesagt!“ Er schloss die Sternenkarte wieder. „Anzu, bereite alles für den Sprung vor.“
Mariku rutschte unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Er kannte die komplette Theorie eines Hyperraumsprungs auswendig, aber er hatte selbst noch nie einen erlebt. Nur schwer konnte er sein Grinsen unterdrücken. „Alles bereit.“
„Gut, dann bringt uns mal hier raus.“ Mariku wurde in seinen Sitz gedrückt als das Raumschiff weiter beschleunigte. Für einen Moment nahm ihm die Geschwindigkeit die Luft zum atmen. Der Weltraum um sie herum verzerrte sich. Die Lichter der Sterne wurden länger und brachen sich in den seltsamsten Winkeln.
Mariku schlug das Herz bis zum Hals. Endlich. Endlich ging es los…

Fortsetzung folgt...

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