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Malik murrte. Nur langsam erwachte er aus seinem Schlaf und kam in den „Genuss“ der hämmernden Kopfschmerzen. Malik jammerte leise und drehte sich auf die andere Seite. Er kuschelte sich an den warmen Körper neben ihm.
Malik riss die Augen auf. Er blickte direkt auf eine muskulöse Brust. Schnell setzte er sich auf und musste erst gegen den leichten Schwindel ankämpfen. Er hob die Decke an und stellte fest, dass nicht nur er, sondern auch Mariku nackt war. „Nein“, flüsterte er. „Nein, nein, nein, nein.“ Er strampelte mit den Beinen, stemmte sich gegen Mariku und schob ihn vom Bett. „Du widerliches Schwein!“, brüllte er. Die Kopfschmerzen waren vergessen. „Du kranker, perverser Scheißkerl!“ Ryou, im anderen Bett, zog sich die Decke über den Kopf. Er hatte schon geahnt, dass das passieren würde.
Mariku rieb sich den Hinterkopf und sah verschlafen und verwirrt auf. „Was los?“, nuschelte er. Er verstand die Welt nicht mehr.
„Du verdammtes Arschloch.“ Malik warf ihm ein Kissen ins Gesicht und sprang auf. So schnell er konnte sammelte er seine Kleidung auf und zog sich notdürftig an. „Bäh! Bäh! So widerlich!“ Er schauderte und stürmte aus dem Zimmer. Mariku saß immer noch auf dem Boden und sah sich verwirrt um. Was war gerade passiert?

Malik schimpfte und fluchte immer noch als er sein eigenes Zimmer betrat und schreckte damit Bakura aus dem Schlaf. „Was ist los?“, fragte Bakura gähnend. Ihm war letzte Nacht gar nicht aufgefallen, das Malik gar nicht in seinem Bett lag. Er hatte andere Dinge im Kopf gehabt.
„Das ist so widerlich!“, sagte Malik laut. „Ich muss duschen!“ Und schon war er in dem kleinen Badezimmer verschwunden. Bakura hob verwundert die Augenbrauen und ließ sich zurück auf die Matratze finden. Was hatte Mariku denn jetzt schon wieder angestellt?

Wie ein Irrer schrubbte Malik über seinen Körper. Ihn schüttelte es regelrecht als er daran dachte was zwischen ihm und Mariku vorgefallen war. Auch wenn er sich kaum erinnerte sprach das getrocknete Sperma zwischen seinen Beinen Bände. Er schrubbte noch stärker. Wie hatte er sich nur darauf einlassen können mit Mariku was zu trinken? Das war das Dümmste, was er je in seinem Leben getan hatte. Natürlich musste Mariku die Gelegenheit ausnutzen, wenn er stockbesoffen war und sich nicht wehren konnte. Was hatte er denn anderes erwartet? „Wäääh!“, rief Malik und schauderte. Er hatte Sex mit einem Mann gehabt – gab es etwas Widerlicheres? „Ich glaub, ich muss kotzen“, sagte er zu sich selbst und schrubbte bis die Haut rot war.


„Was hast du jetzt schon wieder angestellt?“, fragte Bakura und setzte sich zu Mariku aufs Bett. Mariku trank die Wasserflasche leer und wischte sich über den Mund.
„Nichts“, antwortete er schließlich. Bakura sah ihn ungläubig an. Die leeren Schnapsflaschen sagten deutlich dass sich Mariku, wahrscheinlich zusammen mit Malik, erheblich einen hinter die Binde gekippt hatte.
„Er hat Malik gebumst“, antwortete Ryou vom Bett aus. Er war immer noch nicht aufgestanden und hatte den beiden Jungen auch den Rücken zugewandt. Er war noch nicht dazu bereit Bakura zu sehen. Sein Herz klopfte allein vom Klang seiner Stimme schon schnell genug.
„Hast du?“, hakte Bakura sofort nach.
„Kann sein.“ Mariku rieb sich das Kinn. „Aber ich kann mich nicht richtig erinnern.“ Er zog die Stirn kraus. Die Geschehnisse der letzten Nacht waren verschwommen. Er konnte nicht mit Sicherheit sagen, dass er mit Malik geschlafen hatte und das ärgerte ihn. Seine Erinnerung spuckte nur Fetzen der letzten Nacht aus.
„Das ist Vergewaltigung!“
Mariku verdrehte die Augen. „Papperlapapp. Er hat sich doch an mich rangeschmissen, das hättest du mal sehen sollen.“
„Er war betrunken.“
„Aber ich doch auch“, verteidigte sich Mariku. Seit wann war Bakura denn so ein Moralapostel? „Er hat sich nicht gewehrt... glaub ich.“
„Du kannst ihn nicht einfach ficken, nur weil er betrunken ist. Du weißt doch genau, dass er das nicht will. Er ist nicht schwul!“
„Halt’s Maul“, fuhr Mariku seinen besten Freund an. „Ich hab die Schnauze voll von deinen Belehrungen. Ich hab ihn gefickt, und jetzt? Soll er mich doch anzeigen, wenn’s ihm nicht passt.“ Er stand auf und ging Richtung Bad.
„Mariku!“
„Verpiss dich!“ Kraftvoll schlug er die Tür hinter sich zu. Bakura seufzte. Er sah zu Ryou, doch dieser hatte ihm den Rücken zugewandt. Es hatte ja sowieso keinen Sinn später noch einmal auf Mariku einzureden. Er würde es einfach nicht lernen.


Malik saß auf dem Bett und hatte sein Gesicht in den Händen vergraben. Er versuchte das wenige zu vergessen, was er von der letzten Nacht noch wusste, doch je stärker er es versuchte, desto mehr Erinnerungen kamen zurück. Wie hatte er das nur zulassen können? Hatte er wirklich Mariku angebaggert? Hatte er wirklich einen Orgasmus von all dem gehabt? Malik schauderte. Er würde nie wieder Alkohol trinken.
„Malik?“ Bakura war ins Zimmer zurückgekommen. Als Malik aus dem Bad gekommen war, war er schon weg gewesen. „Wie geht’s dir?“
Malik hob den Blick und sah Bakura an. „Was glaubst du, wie’s mir geht?“, fauchte er ihn an. „Es ist so wi-der-lich.“ Er strich sich mit beiden Händen die Haare zurück.
„Willst du darüber reden?“
„Nein! Bloß nicht! Ich will das vergessen und so tun als wäre es nie passiert und jetzt lass mich in Ruhe!“ Bakura presste die Lippen aufeinander. Zumindest in einer Sache waren sich Malik und Mariku einig: sie wollten nicht mit ihm reden. Trotzdem würde das noch eine Menge Ärger zwischen den Beiden geben.


Als sich Mariku auf dem Zimmer verzogen hatte stand auch Ryou endlich auf. Er streckte sich ausgiebig und öffnete das Fenster um den Geruch von Schnaps und Schweiß loszuwerden. Er zog Grimassen vor dem Spiegel nachdem er sich die Zahne geputzt hatte. Er sah nicht anders aus als sonst und nichts deutete darauf hin, dass er mit Bakura geschlafen hatte. Ryou kämmte sich die Haare. Trotzdem hatte sich nichts verändert. Bakura hatte ihm gesagt, dass es nur Sex war und Ryou hatte das akzeptiert. Er liebte Bakura, daran hatte sich nichts geändert und jetzt hatte er ihm endlich näher sein dürfen als fast kein anderer und doch fühlte er sich leerer als vorher. Er sollte glücklich sein, aber er war es nicht. Ryou ließ sich auf den Toilettendeckel sinken und strich sich über die Augen. Nein, er wollte nicht weinen. Tränen hatten überhaupt keinen Sinn. Er krallte seine Fingernägel in seine Unterarme und biss sich auf die Unterlippe. Als die Haut brauch und die Lippe aufplatzte, sodass Blut floss, fühlte er sich wieder etwas ruhiger. Das Blut tropfte über sein Kinn und Ryou wischte es weg. Die Kratzer an seinen Armen brannten, doch er fühlte sich besser. Ryou atmete tief durch und zog sich an.


Mariku saß auf einer Bank und warf Steinchen in den Teich als sich Bakura zu ihm gesellte. Schweigend setzte er sich neben seinen Freund und beobachtete das unruhige Wasser. „Ich hab ihm nicht wehgetan“, sagte Mariku plötzlich. Er hatte die letzte Stunde mit dem Versuch verbracht sich die letzte Nacht in Erinnerung zu rufen. Er sah Malik vor sich, wie er sich das Shirt hochzog und ihm nah kam. Er hatte zugelassen, dass er ihn streichelte und sich gegen ihn gelehnt. Malik mochte jetzt etwas anderes behaupten, aber der Sex hatte ihm gefallen. „Ich hab ihn zu nichts gezwungen.“
Bakura seufzte. Er musste überlegen was er antworten sollte, wenn er Mariku nicht wieder wütend machen wollte und Mariku war verdammt leicht zu erzürnen. „Es war trotzdem nicht korrekt“, begann er vorsichtig, „vielleicht wollte er es als er betrunken war, aber auch wenn’s ihm gefallen zu haben scheint, es ist besser, wenn du ihn in Zukunft in Ruhe lässt.“
Mariku schwieg und warf weiter Steine ins Wasser. „Ich glaub, ich liebe ihn“, sagte er plötzlich, doch Bakura war nicht überrascht. Er lachte auch nicht, denn er kannte Mariku lange genug um zu wissen, dass er darüber nicht scherzte. Er hatte es schon vermutet, denn Mariku war niemand, der sich lange auf eine Person fixierte, doch Malik war seit Schuljahresanfang sein Lieblingsthema.
Bakura strich seinem Freund durch die Haare. „Mein kleiner Idiot.“
„Ich bin größer als du“, widersprach Mariku und Bakura lächelte. Er beugte sich vor und küsste Mariku sanft. Mariku legte seine Hand auf Bakuras Hinterkopf und zog ihn näher. Es lag kein sexuelles Verlangen in ihrem Kuss, nur tiefe Freundschaft.

„Du hast mit Ryou geschlafen“, sagte Mariku plötzlich. Bakura war so überrascht, dass er nicht wusste, was er dazu sagen sollte.
„Wa-woher weißt du das?“
„Ich hab geraten.“ Mariku lehnte sich zurück. „Also hast du’s wirklich gemacht.“ Bakura nickte. „War gut?“
„Ja. Sehr.“
„Und wie geht’s weiter?“
Bakura zuckte mit den Schultern. „Gar nicht, denke ich.“
Mariku streichelte Bakuras Wange mit seinen Fingerrücken. „Bist du sicher?“ Bakura nickte nur.


„Komm mir bloß nicht zu nahe“, fauchte Malik kaum als er Mariku sah.
Mariku hob abwehrend die Hände. „Reg dich ab. Ich mach doch gar nichts.“
„Du hast ja auch schon genug angestellt“, fuhr Malik ihn weiter an. Inzwischen erinnerte er sich recht gut an das was passiert war und war von sich selbst beschämt. Er schob lieber alle Schuld auf Mariku.
„Hey, es ist nicht so als hättest du es...hmpf.“ Der Rest des Satzes wurde von Maliks Hand abgewürgt. Er hatte sie auf Marikus Mund gedrückt.
„Sei still! Das ist nie passiert, hörst du? Nie!“ Er nahm seine Hand wieder von Marikus Mund.
„Nur fürs Protokoll: jetzt bist du mir nahe gekommen.“ Ohne darauf eine Antwort zu geben ging Malik an ihm vorbei. Mariku sah ihm hinterher.


Unruhig wälzte sich Bakura in seinem Bett. Seit er mit Ryou geschlafen hatte schlief er nur sehr schlecht und wenn, dann hatte er Albträume. Hatte er einen Fehler gemacht? War der Sex daran schuld, dass all diese schrecklichen Erinnerungen wieder hochkamen? Er kannte Ryou kaum und vertraute ihm nicht, doch er zog ihn an und so hatte er seinen Trieben nachgegeben. Es war schön gewesen, für den Moment, doch inzwischen bereute er es. Er zog die Decke enger um sich. Er hätte sich einfach nie darauf einlassen sollen. Nur langsam driftete Bakura in einen unruhigen Schlaf ab.


Gehetzt rannte ein kleiner Junge einen langen, dunkeln Flur entlang. Er hatte keine Fenster und es gab keine Türen. Ein Ende war nicht in Sicht. Die Kleidung des Jungen war blutverschmiert. Sein weißes Haar rot verfärbt. Immer wieder warf einen Blick über die Schulter um zu sehen ob er noch verfolgt wurde. Er hörte Schritte, schlurfend und langsam und er rannte schneller, doch egal wie schnell er lief, die Schritte kamen immer näher. Bakura keuchte. Tränen rannen ihm über die Wangen. Plötzlich stolperte er und fiel der Länge nach hin.

Er wollte wieder aufspringen und weiterlaufen, doch er konnte nicht, etwas hielt ihn fest. Panisch drehte Bakura sich um und erstarrte vor Angst. Die eisblauen Augen waren dumpf und leblos. Der Mund des Mannes, der ihn festhielt öffnete sich, doch Bakura konnte nicht verstehen was er sagte. Blut klebte überall an dem Mann und in seinem Herzen steckte ein Messer. Als der Mann anfing, das zu lange T-Shirt, welches Bakura trug, nach oben zu schieben, kam wieder Leben in den Jungen. Er schlug und trat um sich, doch es zeigte keine Wirkung. Er konnte sich aus dem eisernen Griff nicht befreien.

Bakura wimmerte. Kalte Finger berührten die kindliche Haut. Er hatte aufgehört sich zu wehren, es hatte sowieso keinen Sinn. Er würde niemals entkommen. Zitternd sah er dabei zu wie der Mann seine Hose öffnete. Bakura schloss die Augen. Er wusste nur zu gut was ihn erwartete. Er schrie laut als der Schmerz durch seinen Körper zuckte.


„Bakura! Bakura!“ Bakura schreckte aus dem Schlaf hoch. Seine Augen waren weit aufgerissen und er zitterte am ganzen Leib. Er war schweißdurchnässt und sein Herz raste. „Du hast geschrien wie am Spieß.“ Bakura sah zur Seite. Im schwachen Licht der Nachttischlampe konnte er Malik erkennen. Nur langsam beruhigte er sich wieder. Es war nur ein Traum, nur ein Traum... nein, es war mehr als das. Es hatte keinen Sinn, wenn er sich etwas vormachte, es mag jetzt ein Traum gewesen sein, doch er entsprang seinen Erinnerungen. „Alles okay?“ Malik trat nervös von einem Bein auf das andere.
„Ich hab nur schlecht geträumt“, murmelte Bakura und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Ihm war kalt und er zog die Decke wieder hoch. „Sorry, dass ich dich aufgeweckt habe.“
„Soll ich jemanden holen?“
„Ach Quatsch“, er zwang sich ein Lächeln auf die Lippen, „war doch nur ein Traum.“ Malik sah ihn ein letztes Mal mit hochgezogenen Augenbrauen an und drehte sich dann um, um sich wieder hinzulegen. Er löschte das Licht.

An Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken. Er wollte nicht noch einmal zurück in diese grausame Traumwelt. Er hatte diesen Traum schon lange nicht mehr gehabt und er hatte gehofft, er würde ihn nie wieder haben. Die Erlebnisse seiner Kindheit begleiteten ihn wie ein Schatten und hatten dafür gesorgt, dass er niemandem traute oder sich jemandem öffnete. Er hatte seine Angst vor anderen Menschen größtenteils bezwungen, auch Dank Mariku, doch die Angst von jemandem verletzt zu werden den er liebt, saß so tief, dass es dafür keine Heilung gab. Er drehte sich auf die Seite. Er hätte niemals zulassen sollen, dass er Ryou so nahe kam.


Fast hätte Ryou gelacht. Es war wirklich idiotisch was er hier tat. Einfach nur dumm und trotzdem öffnete er sacht die Haut mit einem Messer. Er war sich darüber bewusst, dass es nichts brachte, außer ein paar Narben, doch er fühlte die Erleichtung, wenn er sein Blut sah. Es war als würden all seine Sorgen zusammen mit dem Blut aus seinem Körper fließen.
Sein Verhältnis zu Bakura war noch schlechter als zuvor. Er hatte sich keine großen Hoffnungen gemacht, doch Bakura behandelte ihn immer mehr wie einen Fremden, nein, noch schlimmer; er behandelte ihn, als wäre Ryou gar nicht da. Das nervte ihn. Das nervte ihn noch mehr als wenn er ihn ärgerte, da hatte er zumindest noch etwas Aufmerksamkeit bekommen.
Wütend warf Ryou das Messer auf den Boden. Das war doch alles zum Kotzen! Er hätte gern jemanden mit dem er über alles reden konnte, doch Malik konnte er sowieso vergessen. Bei dem drehte sich doch sowieso alles nur um Mariku und seit sie gefickt hatten, war es noch schlimmer. Malik tat so als hätte Mariku ihn mit der Pest infiziert. Ryou konnte darüber nur die Augen verdrehten. Es würde sowieso nur damit enden, dass sie es erneut miteinander trieben.

Seufzend stand er auf und hielt seinen Arm unter den Wasserhahn. Vorsichtig wusch er das Blut ab und achtete darauf, dass nirgends auch nur ein Tropfen übrig blieb. Mariku sollte nicht noch einen Grund haben ihn aufzuziehen. Seit Malik ihn noch mehr verteufelte als sonst schon, war er noch unausstehlicher. Ryou hätte nicht erwartet, dass das noch möglich war, aber Mariku schaffte es einfach. Wieso war er nur in so einem Irrenhaus gelandet? Irgendwie hatte hier jeder einen Knacks in der Birne. Außer Mariku, der war einfach nur ein Arschloch.


Malik brütete über seinen Hausaufgaben, doch er konnte sich nicht darauf konzentrieren. Er hatte kurz davor mit seiner Schwester telefoniert und ihr mitgeteilt, wie sehr er es hier hasste und dass er es nur mit Psychopathen zu tun hatte und das sie ihn gefälligst sofort wieder von der Schule nehmen solle. Isis hatte gelacht. Die dumme Pute hatte verdammt noch mal gelacht. Am liebsten wäre Malik durch den Hörer gesprungen. Und dann laberte sie ihn auch noch zu, dass das alles nicht so schlimm sei und er das eine Jahr schon durchstehen würde. Wütend warf Malik seinen Stift gegen die Wand und schlug sein Buch zu. Er hatte immer noch nicht verarbeitet was zwischen ihm und Mariku vorgefallen war, er ekelte sich vor sich selbst. Das Schlimmste waren die Träume. In seinen Träumen passierte es immer wieder und wenn er aufwachte, war er hart. Malik schüttelte sich. Es war so widerlich.

Apropos Träume...
Er sah zu Bakuras leeren Bett. Sein Zimmergenosse schrie in letzter Zeit immer wieder im Schlaf. Er hatte versucht zu erfahren was mit ihm los war, doch Bakura blockte nur ab. Seine Albträume schienen jedenfalls ziemlich heftig zu sein. Jedes Mal, wenn Malik ihn weckte, stand ihm das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Malik stand auf und holte seinen Stift. Er würde Bakura gerne helfen, aber das konnte er nicht, solange er nicht mit ihm redete. Der einzige, der wahrscheinlich Bescheid wusste, war Mariku und mit dem würde er in tausend Jahren nicht reden.


Mariku warf einen Tennisball gegen die Mauer und fing ihn anschließend wieder. Er würde gerne mit Malik reden und sich entschuldigen, doch jedes Mal, wenn er es versuchte, endete es nur in einem fürchterlichen Streit. Noch viel mehr Sorgen machte er sich aber um Bakura. Er sah seinem Freund an, dass mit ihm etwas nicht stimmte, aber Bakura wollte nicht darüber reden. Er sagte nur immer, das alles in Ordnung war, doch sogar ein Blinder konnte sehen, dass er log. Er war unachtsam, unkonzentriert und schreckhaft. Das gefiel ihm nicht. Auch Ryou benahm sich irgendwie seltsam. Er hatte erwartet, dass er glücklicher war. Da schwärmte er schon so lange für Bakura und dann hatten sie endlich Sex und Ryou zog ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Trotzdem beschäftige Bakura ihn mehr, immerhin waren sie seit vielen Jahren beste Freunde. Doch wie konnte er ihm entlocken was los war, wenn er nicht mit ihm reden wollte? Es gab nur eine Möglichkeit: Malik. Sie teilten sich ein Zimmer, Malik wusste daher vielleicht mehr ohne sich dessen bewusst zu sein. Mariku seufzte. Das konnte ja nur schiefgehen.


„Verpiss dich!“ Mariku verdrehte die Augen. Er hatte es ja geahnt.
„Ich will nur...“
„Verschwinde!“
„Nur ganz kurz...“
„Mir egal. Geh weg oder ich hau dir eine rein.“
„Dann hau mir eine rein, aber ich gehe nicht bevor ich nicht mit dir geredet hab.“ Er fing das Kissen auf, das Malik nach ihm warf.
„Ich will deinen Scheiß nicht hören!“ Mariku packte Malik am Handgelenk, drückte ihn gegen die Wand und legte ihm die Hand auf den Mund. Malik versuchte sich zu befreien, doch er war chancenlos.
„Hör zu, es geht ausnahmsweise mal nicht um dich“, fauchte Mariku. „Ich will wissen, was mit Bakura los ist, das ist alles. Bist du ein braver Junge und lässt mich mit dir darüber reden?“ Mit grimmigen Blick nickte Malik. „Gut.“ Mariku nahm seine Hand weg und brachte einige Schritte zwischen sich und Malik. „Also, er redet nicht mit mir. Ist dir irgendwas an ihm aufgefallen in letzter Zeit?“
„Na ja“, Malik rieb sich das Handgelenk an dem Mariku ihn gepackt hatte, „mit mir redet er auch nicht, aber er schreit seit neustem im Schlaf. Er sagt es sind nur Albträume, aber der hat so ne Panik jedes Mal. Er...“ Doch Malik konnte nicht noch mehr sagen, denn Mariku stürmte schon wieder aus dem Zimmer. „Mariku, hey!“, rief er ihm hinterher. „Arschloch.“


Bakura fand seinen Freund am Fußballplatz, wo er den Jungs der höheren Klassen beim Training zuschaute. Es war zwar November, aber noch nicht zu kalt um drinnen trainieren zu müssen. „Er ist wieder da, nicht wahr?“
„Ich weiß nicht, wovon du redet“, antwortete Bakura ohne sich umzudrehen.
„Du weißt ziemlich genau von was ich rede. Du hast wieder Albträume.“
„Nein“, stritt Bakura es ab. Wieso konnte Mariku ihn nicht in Ruhe lassen? Reden half doch auch nichts.
„Doch. Ich hab mit Malik geredet, er hat es mir erzählt.“
„Sicher, dass ihr geredet habt? Ihr schreit euch doch sonst nur immer an.“
„Wenn es um dich geht, hab ich keine Zeit für seine dummen Spielchen.“ Bakura sah auf. „Du weißt, dass ich für dich da bin. Immer. Wieso wolltest du es verheimlichen?“
Bakura seufzte. „Es sind nur Träume. Die vergehen wieder.“
„Aber es ist besser, wenn du darüber redest.“
„Das nützt GAR NICHTS!“ Bakura fuhr sich durch die Haare. „Ich hätte niemals mit ihm schlafen dürfen. Nie! Es war so dumm!“
Mariku setzte sich neben seinen Freund und nahm ihn in die Arme. „Aber du magst ihn doch. Lern ihm zu vertrauen und zu lieben.“
„Es geht nicht“, flüsterte Bakura. „Es geht einfach nicht. Ich kann ihn nicht lieben.“

Fortsetzung folgt...

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