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Bakura stellte seine Tasche ab und sah sich nervös um. Er hatte nie darüber nachgedacht, wie Ryou wohl eigentlich wohnte. Die Wohnung war hauptsächlich in schwarz-weiß gehalten, doch die Regale waren überfüllt mit antiken Figuren und Fotorahmen. Bakura hatte nur einen kurzen Blick auf die Familienfotos erhaschen können, bevor Ryou ihn in sein Zimmer geschoben hatte.
Hektisch hob Ryou einige Kleidungsstücke vom Boden auf und schob Sachen unters Bett. „Sorry, ich hab nicht aufgeräumt.“
Bakura hob die Augenbrauen. Er fand es mehr als nur aufgeräumt. Ryous Zimmer war sehr hell, was es dem großen Fenster zu verdanken hatte. Sein Bett stand genau darunter. Es war kaum größer, als die im Internat. Es würde eng werden, wenn sie es sich teilen würden. Nicht, dass das Bakura störte.
Auf dem Schreibtisch lagen mehrere Papiere, die Ryou schnell zusammenschob und sie in einer Schublade verschwinden ließ. Fotos waren an die Wand hinter dem Schreibtisch gepinnt worden. Bakura erkannte Ryou und seinen Vater, sowie seine Mutter und ein Mädchen, dass er zuvor noch nie gesehen hatte, doch die Ähnlichkeit zum Rest der Familie sprach für sich.
„Hast du eine Schwester?“ Ryou hatte sie nie erwähnt.
Ryou hielt in der Bewegung inne und senkte den Blick. „Hatte.“
„Oh, tut mir leid.“ Er war keine fünf Minuten hier und schon in das erste Fettnäpfchen getreten. Was für ein guter Anfang. Er zuckte zusammen, als Ryou ihn plötzlich umarmte. Zögerlich strich er ihm durch die Haare. Ryou drückte ihn fest und ließ schließlich los. Er lächelte Bakura an.
„Willst du was essen?“


„Fühl dich wie zuhause“, sagte Isis, nachdem sie die Wohnung betreten hatten.
Mariku nickte, auch wenn er nicht wirklich wusste, wie sich ein Zuhause anfühlte. Er war schon die Fahrt über mehr als nervös gewesen und hatte sehr zurückhaltend auf Isis‘ Fragen geantwortet. Irgendwann hatte Malik angefangen von der Schule erzählen, und ihm damit weitere Fragen erspart. Er wusste nicht, ob es Zufall oder Maliks Absicht gewesen war.
„Wollt ihr was essen?“
Malik sah Mariku, der nur mit den Schultern zuckte. „Später“, antwortete Malik.
„Magst du Koshari, Mariku?“
„Äh, ich weiß nicht, was das ist.“ Er musste sich räuspern um die Stimme nicht zu verlieren. Noch nie war er gegenüber anderen Menschen so nervös gewesen.
„Maliks Lieblingsessen.“
Malik verdrehte die Augen. „Das beantwortet nicht seine Frage.“
„Es ist was ganz einfaches: Linsen, Reis und Nudeln und dazu Tomatensoße.“
„Klingt gut.“
„Dann mach ich das für heute Abend.“ Isis’ Lächeln sorgte dafür, dass Mariku sich etwas weniger nervös fühlte.

Malik ließ sich auf sein Bett fallen und seufzte zufrieden. Er hatte seine weiche Matratze so sehr vermisst. Mariku stand eher verloren in dem kleinen Raum. Maliks Bett stand am Fenster, am Fußende stand eine Kommode mit einem kleinen Flachbildschirm darauf. An der Wand hingen Filmplakate. Es gab noch einen Schreibtisch und das war’s. Maliks Zimmer war spärlich eingerichtet, doch es gab auch nicht viel Platz für mehr.
Malik setzte sich wieder auf. „Ich hätte nicht gedacht, dass dich irgendwas nervös machen könnte.“ Er schmunzelte.
„Wer hat gesagt, dass ich nervös bin?“
„Es steht dir in großen Leuchtbuchstaben quer über’s Gesicht geschrieben.“
Mariku zuckte mit den Schultern. „Ist alles neu für mich. Ich war noch nie bei jemandem... zuhause.“
Malik klopfte auf den Platz neben sich und Mariku setzte sich. „Ich hatte auch noch nie jemanden zuhause.“
Mariku hob überrascht die Augenbrauen. „Aber du hattest doch schon Freundinnen?“
„Ja, aber die waren nie hier, nicht über Nacht zumindest.“ Malik zuckte mit den Schultern. „War immer zu viel Stress mit Isis.“
„Und das war nie was ernstes?“
„Willst du mich jetzt über meine Verflossenen ausfragen?“
„Nein, eigentlich nicht.“
„Gut, gibt schönere Themen.“ Malik grinste.
Mariku nickte und beugte sich leicht vor. Als Malik keine Anstalten machte den Kopf wegzudrehen, überbrückte Mariku auch die letzten Zentimeter. Der Kuss dauerte jedoch nicht lange, denn die Tür öffnete sich und Malik und Mariku sprangen regelrecht auseinander.
Isis kam herein, ein Tablett in der Hand. Sie schien nicht mal zu merken, dass sie einen ungünstigen Moment erwischt hatte. „Du bist wirklich ein schlechter Gastgeber.“ Sie stellte das Tablett auf den Schreibtisch. Zwei Gläser und eine Flasche Saft standen darauf. „Du hast deinem Gast noch nicht mal was zu trinken angeboten.“
„Er ist alt genug um selbst zu sagen, wenn er was trinken will“, erwiderte Malik leicht gereizt. Konnte seine Schwester nicht wieder verschwinden?
Isis entging Maliks gereizter Tonfall oder sie ignorierte ihn, jedenfalls war sie noch nicht fertig: „Was habt ihr vor in den Ferien?“
Malik zuckte mit den Schultern.
„Zeig Mariku doch die Stadt.“
„Oh, ja, weil er noch nie eine Stadt gesehen hat.“
Isis verdrehte die Augen. „Du bist immer so negativ.“
„Ja, und jetzt...“ Er winkte seine Schwester nach draußen.
Isis presste die Lippen aufeinander und ging. Seufzend ließ sich Malik zurückfallen.
„Ist... alles in Ordnung?“, fragte Mariku vorsichtig nach.
Mit Schwung setzte sich Malik wieder auf. „Klar, das ist immer so bei uns. Alles gut.“ Er lächelte. „Also, willst du was trinken?“
„Gleich.“ Diesmal küssten sie sich richtig.
Malik hob seine Hand und legte sie auf Marikus Schulter. Er strich näher an seinen Hals und streichelte dort über die Haut.
Nur langsam lösten sie sich voneinander.
„Jetzt hätte ich gern was.“

Mariku war nervös, als er mit Malik, Isis und Rishid am Tisch saß. Den Nachmittag über war er mit Malik ungestört gewesen. Sie hatten geredet, manchmal eine Weile geschwiegen und sich öfters geküsst. Es war ein guter Nachmittag gewesen. In Gegenwart von Maliks Geschwistern war er jedoch nervös. Er wollte einen guten Eindruck hinterlassen.
„Schmeckt es?“, fragte Isis, nachdem Mariku ein paar Bissen des Kosharis gegessen hatte.
„Ja, ist wirklich lecker.“
„Das freut mich.“ Isis lächelte. „Hast du schon zuhause angerufen?“
„Was?“
„Deine Eltern wollen doch sicher wissen, dass mit dir alles in Ordnung ist?“
„Äh...“ Mariku wusste nicht, was er sagen sollte. Er umfasste die Gabel fester.
„Er hat vorhin vom Handy aus angerufen“, antwortete Malik für ihn.
Mariku sah ihn überrascht an, nickte dann aber schließlich.
„Oh, das ist gut.“ Isis schien für’s erste zufrieden zu sein.
Innerlich atmete Mariku erleichtert aus. Er war immer noch überrascht, dass Malik das Wort ergriffen hatte, aber er beschwerte sich nicht. Nach Isis‘ Frage war sein Kopf einfach leer gewesen, ihm wäre nicht einmal eine Ausrede eingefallen.
„Gehst du schon lange auf das Internat?“, fragte Isis schließlich, als ihre Teller halb geleert waren.
Malik seufzte genervt. „Können wir nicht in Ruhe essen?“
Isis‘ sah ihn missbilligend an. „Entschuldige, dass ich versuche etwas Konversation zu betrieben.“
„Aber er ist mein Gast und mein Freund.“
Marikus Herz schlug etwas schneller, als Malik ihn seinen Freund nannte. Sie waren zwar schon eine Weile zusammen, doch trotzdem war es etwas Besonderes. Manchmal hatte Mariku nämlich immer noch das Gefühl, als wäre sich Malik seiner Entscheidung nicht ganz sicher. Die Situation war trotzdem unangenehm. Malik und seine Schwester stritten und das nur wegen ihm. Das machte sicher keinen guten Eindruck.
„Malik, beruhig dich“, mischte sich jetzt auch Rishid ein.
„Ich bin ruhig“, erwiderte Malik. „Ich will nur nicht, dass das zu einem Verhör ausartet.“
„Verhör? Ich bitte dich!“
„Ist doch so.“ Malik stand vom Tisch auf und stellte den Teller in die Spüle. Er hatte nicht ganz aufgegessen. „Wir gehen wieder in mein Zimmer.“
Mariku stand schnell auf und reichte Malik seinen leeren Teller.

Malik warf sich auf sein Bett, als sie zurück in seinem Zimmer waren. Er seufzte. Wieso artete es zwischen ihm und Isis immer zum Streit aus? Sie schienen nur eine gute Beziehung zu haben, wenn sie mehrere hundert Kilometer trennten. Er konnte es kaum erwarten auszuziehen.
Mariku setzte sich an die Bettkante, unsicher, was er jetzt tun sollte.
„Sorry, dass du das mitkriegen musstest.“ Malik setzte sich wieder auf. Er strich sich über den Nacken. „So ist das irgendwie immer.“
Mariku nickte nur, ihn interessierte etwas anderes mehr: „Warum hast du vorhin gelogen? Über den Anruf?“
„Weil ich dir angesehen hab, dass dir die Frage irgendwie unangenehm ist.“
„Oh.“
„Ich weiß nicht, was mit deinen Eltern ist und es geht mich auch nichts an, aber ich wollte nicht, dass Isis unnötig nachbohrt.“
„Danke.“
„Dafür nicht.“
„Aber jetzt habt ihr euch deswegen gestritten.“
Malik zuckte nur mit den Schultern. „Sonst hätten wir uns wegen was anderem gestritten. Also, was machen wir?“
Diesmal zuckte Mariku mit den Schultern.
„Das ist nicht hilfreich“, sagte Malik schmunzelnd. „Okay, Videospiele?“
„Klingt gut.“

Sie spielten bis spät in die Nacht. Malik gähnte und rieb sich den Nacken.
„Müde?“, fragte Mariku. „Oder suchst du nur ne Ausrede, damit ich dich nicht mehr fertig mache?“
„Pff, als ob ich das nötig hätte“, murrte Malik.
„Ach, und wer wurde grad fünfmal hintereinander in Grund und Boden gestampft?“
„Halt’s Maul.“ Malik schlug nach Mariku, welcher lachend auswich, das Gleichgewicht verlor und rückwärts vom Bett fiel.
„Autsch!“
„Mariku!“ Malik sah über den Bettrand. „Hast du dir wehgetan?“
„Hatte schon schlimmere Stürze.“ Er setzte sich auf.
„Tut mir leid.“
Mariku winkte ab, als er sich wieder auf’s Bett setzte. „Jetzt hast du mich auch mal zu Boden geworfen.“ Er streckte Malik die Zunge raus.
„Du bist so scheiße.“
„Das ist nichts Neues.“
Malik verdrehte gespielt die Augen und schaltete den Fernseher aus. „Lass uns schlafen gehen.“ Er legte die Controller neben den Fernseher auf die Kommode und schaltete die Konsole aus. Er sah Mariku an, der sich nicht gerührt hatte. „Was ist? Du kannst ruhig zuerst ins Bad.“
„Schlaf ich auch hier?“
„Wo sonst?“
„Ist das okay für dich?“
„Das Bett ist groß genug und wir sind jetzt zusammen, also...“ Er zuckte mit den Schultern. „Natürlich ist es okay für mich.“
Mariku atmete erleichtert aus. „Gut.“
„Machst du dir darüber immer noch Gedanken?“
„Du nicht?“
Malik wandte seinen Blick ab. „Doch, manchmal, etwas, aber“, er sah Mariku wieder an, „ich bereu’s nicht oder so.“
„Das ist das wichtigste. Ich geh dann mal eben ins Bad.“

Mariku betrachtete sich im Spiegel und atmete tief durch. Er konnte immer noch nicht fassen, dass er wirklich hier war. Er war bei Malik zuhause und stand in seinem Badezimmer. Er würde gleich neben ihm in seinem Bett schlafen. Das waren jetzt schon die besten Ferien seit langem.
Zwei Wochen allein mit Malik. Was würden sie machen? Mariku wollte gar nicht zu weit denken, aber Malik war merklich lockerer und entspannter als im Internat. Er grinste und klatschte sich leicht gegen die Wangen. Er durfte nicht zu aufgeregt werden.

Mariku kuschelte sich unter die Decke, als Malik ins Bad ging. Er roch daran und schloss die Augen. Alles hier roch so gut. Wie Malik.
Und das Bett war so weich! Er hatte noch nie in einem so weichen Bett geschlafen.

Malik wusch sich das Gesicht. Er war nervös. Warum hatte er gedacht, Mariku mitzubringen wäre eine gute Idee? Was sollte er mit ihm machen? Er konnte sich kaum selbst unterhalten und jetzt musste er auch dafür sorgen, das Mariku irgendwie unterhalten war. Er seufzte.
Außerdem würden sie im selben Bett schlafen, das letzte Mal, als sie sich ein Bett die Nacht über geteilt hatten, hatten sie... Malik schluckte. Nein, das würde nicht nochmal passieren. Er war ja nicht betrunken. Sie schliefen nur nebeneinander, da war ja nichts dabei.

Maliks Herz klopfte aufgeregt, als er sich neben Mariku legte. „Brauchst du noch irgendwas?“
„Hab alles.“ Mariku lächelte Malik an, der merkte, wie ihm die Röte in die Wangen kroch. Schnell machte Malik das Licht aus.
„Gute Nacht.“
„Schlaf gut.“


Malik zuckte zusammen, als er aufwachte und Mariku nah neben sich liegen sah. Er war näher an ihn heran gerutscht, während sie geschlafen hatten. Malik setzte sich auf und Mariku rührte sich, doch er drehte sich nur auf die andere Seite.
Malik sah auf die Uhr: kurz nach acht. Er seufzte und rutschte wieder tiefer. Warum war er schon wach? Er sah zu Mariku, der immer noch friedlich schlief und schloss selbst wieder die Augen.
Nur um sie kurz darauf wieder zu öffnen. So leise er konnte stand er auf und verließ das Zimmer. Er hörte Geräusche aus der Küche, aber kümmerte sich nicht darum „Guten Morgen“ zu sagen. Er schlüpfte ins Bad.

Als Malik zurückkam, schlief Mariku immer noch und hatte sich auch nicht gerührt. Er setzte sich an die Bettkante. Sollte er sich nochmal hinlegen? Aber er fühlte sich nicht wirklich müde. Er war sogar richtig wach. So gut hatte er aber auch schon lange nicht mehr geschlafen.
Malik setzte sich an den Schreibtisch und holte seinen Laptop aus der Schublade. Mal sehen, was sich in der Welt getan hatte, während er im Gefängnis gesessen hatte.


„Malik?“
Malik sah über die Schulter und klappte nebenbei den Laptop zu. „Na, wach?“
Gähnend setzte Mariku sich auf. „Irgendwie.“
„Kannst ruhig noch schlafen.“ Er räumte den Laptop zurück in die Schublade, kümmerte sich nicht darum, dass er noch eingeschaltet war.
Mariku schüttelte den Kopf. „Bist du schon lange wach?“
„Eine Weile.“ Malik zuckte mit den Schultern und stand auf. Er setzte sich wieder zu Mariku ins Bett und zog sich die Decke über seine kalten Füße. Mariku streckte sich und küsste Malik.
„Was machen wir heute?“
„Rausgehen und ich zeig dir diese wundervolle Stadt“, antwortete Malik.
„Höre ich da leichten Sarkasmus?“
„Vielleicht.“ Malik grinste. „Willst du frühstücken?“


Marikus Hand streifte Maliks während sie nebeneinander durch die Stadt gingen. Es war noch kühl, aber man merkte schon, dass es bald wärmer werden würde.
„Wie lange lebst du schon hier?“
„Sechs, nein, sieben Jahre.“ Malik ließ den Blick schweifen. Er hatte das Gefühl, als würde er angestarrt werden, doch niemand achtete auf sie. Er strich sich über den Nacken.
„Und davor?“
„Ägypten.“
Mariku hob überrascht die Augenbrauen. „Wirklich?“
„Du nicht?“
Mariku zuckte mit den Schultern. „Glaube nicht.“ Er erinnerte sich nicht an viel aus seiner früheren Kindheit. Vielleicht war er in Ägypten gewesen, vielleicht war er auch dort geboren, aber er wusste es nicht. Seine ersten Erinnerungen spielten in Japan.
Malik betrachtete Mariku, der traurige Blick entging ihm nicht. Er wollte nachhaken, aber wusste nicht, welche Frage er stellen sollte. Außerdem war es nicht der richtige Moment.
„Malik? Malik, bist das du?“
Malik sah sich überrascht um. Jemand winkte ihm. „Yuugi!“ Er trat unbewusst einen Schritt von Mariku weg.
„Du bist es wirklich!“ Yuugi umarmte Malik. Er reichte ihm gerade mal bis zur Brust. „Wir haben uns ewig nicht mehr gesehen.“
„Ich war nach Neujahr mal hier, aber du warst nicht da.“
„Was? Niemand hat mir Bescheid gesagt! Und warum hast du dich nicht gemeldet?“ Er boxte Malik gegen die Schulter.
„Ich war nur kurz hier.“ Er wusste nicht, ob er Yuugi auf Anzu und Atemu ansprechen sollte, deshalb vermied er das Thema.
Yuugis Blick fiel auf Mariku, der unbehaglich neben Malik stand. „Wer ist dein Freund?“
„Oh, das ist Mariku. Er ist ein Klassenkamerad.“ Es fühlte sich so falsch an Mariku so vorzustellen. Es war die Wahrheit, aber es fühlte sich an wie eine Lüge. „Mariku, das ist Yuugi, wir sind früher auch mal in dieselbe Klasse gegangen.“
„Hey“, begrüßte Mariku ihn. Es fiel ihm schwer zu glauben, dass er einmal Maliks Klassenkamerad gewesen war. Er sah aus wie ein Grundschüler.
„Freut mich, Mariku.“ Yuugi lächelte ihn breit an und wandte sich dann wieder an Malik. „Hey, ich weiß was, Otogi gibt übermorgen eine Party und ihr solltet unbedingt kommen!“
Nervös trat Malik von einem Fuß auf den anderen. Er hatte gehofft, er würde seine Freunde nicht treffen. Konnte er mit Mariku auf diese Party gehen? Was, wenn er sich verriet? Oder Mariku? „Ich weiß nicht“, murmelte er.
„Ach, komm schon!“ Yuugi sah Mariku an. „Du hast doch sicher auch Lust?“
„Ich richte mich nach Malik“, erwiderte Mariku.
Yuugi sah wieder Malik an. „Was los? Früher hättest du keine Sekunde gezögert.“
Malik sah Mariku. „Willst du?“, fragte er leise, auch wenn Yuugi es trotzdem hörte.
„Wenn du willst.“
Malik presste kurz die Lippen aufeinander, dann sah er Yuugi an. „Okay, wir schauen mal vorbei.“
„Super, dann haben wir auch etwas mehr Zeit zu quatschen. Ich sag Otogi Bescheid, bis dann.“
„Wir sehen uns.“
Malik und Mariku sahen ihm hinterher. Malik atmete hörbar aus.
„Ist das wirklich okay für dich?“, fragte Mariku.
„Wird schon schiefgehen.“


Malik starrte die Treppen zu Otogis „Partykeller“ hinunter, als wären sie die Stufen zur Hölle. Als Mariku ihm die Hand auf die Schulter legte, zuckte er zusammen.
„Sei ganz entspannt.“
„Ich versuch’s.“
„Ich werd nichts verraten.“
Malik sah ihn an. „Sorry.“
„Für was?
„Das ich es niemandem sagen kann.“
Mariku schüttelte den Kopf. „Ist in Ordnung.“
Malik lehnte sich vor und küsste Mariku. Es fühlte sich inzwischen so natürlich an, wenn sie sich küssten. „Nein, ist es nicht“, flüsterte er gegen Marikus Lippen.
„Lass uns reingehen.“
Maliks Herz raste, während sie die Treppe hinuntergingen. Er legte die Hand auf die Klinke und atmete noch einmal tief durch bevor er sie öffnete.
Rockige Musik spielte, doch nicht so laut, dass man sich nicht unterhalten konnte. Malik begrüßte ein paar Leute bevor er Otogi entdeckte.
„Hey Otogi“, rief er.
Otogi drehte sich um, ein Grinsen auf den Lippen. „Mal... Mariku?“
„Ryuji?“
„Ihr kennt euch?“ Malik sah überrascht zwischen den beiden hin und her.
„Ja“, sagte Mariku und strich sich über den Nacken.
Malik zog die Augenbrauen zusammen. Kam es ihm nur so vor, oder war Mariku plötzlich nervös? „Woher?“
Mariku strich sich durch die Haare, er suchte die richtigen Worte.
„Wir haben im Sommer einen Motorradtrip zusammen gemacht“, antwortete Otogi fröhlich. „Hätte nicht gedacht, dass wir uns so schnell wiedersehen.“
„Ja, wirklich ne Überraschung, dass du mit Malik befreundet bist.“
„Woher kennt ihr euch?“, wollte Otogi wissen.
„Internat“, antwortete Malik knapp.
„Oh“, Otogi grinste, „was für ein Zufall. Und ihr verbringt die Ferien...“ Otogi stoppte mitten im Satz, sein Grinsen würde etwas breiter. „Seid ihr et...“
Malik presste ihm die Hand auf den Mund. „Wenn du irgendwem auch nur ein Wort sagst, dann bring ich dich um“, zischte er.
Selbst Mariku trat einen Schritt von Malik weg.
Otogi nickte schnell und Malik nahm die Hand weg. „Ist okay, ist okay.“ Er sah Malik an. „Wobei ich sehr überrascht bin.“
Malik zuckte nur mit den Schultern. Marikus und Otogis Trip lag ihm immer noch schwer im Magen. Was war zwischen den beiden? Er war überrascht, wie eifersüchtig er plötzlich war. Er ballte die Hände zu Fäusten.
Otogi wurde abgelenkt und ließ Malik und Mariku allein. „Was ist?“, fragte Mariku leise.
„Hast du mit ihm geschlafen?“ Nein, nein, warum fragte er das? Er wollte es gar nicht wissen. Adrenalin rauschte durch seinen Körper. Er fühlte sich so dumm, dass er eifersüchtig war.
„Ist das wichtig?“
Malik schüttelte den Kopf. Das war so lächerlich. Und trotzdem merkte er, wie seine Fäuste zitterten. Er hatte noch nie Eifersucht verspürt, auch nicht auf Bakura, aber hier war sie, und schlug ihm direkt ins Gesicht.
„Komm mit.“ Mariku packte ihn am Arm und zog ihn wieder nach draußen, die Stufen hoch und in eine Seitenstraße. Malik lehnte sich gegen die Wand. Erst jetzt merkte er, wie heiß ihm war.
Mariku küsste ihn. Reflexartig wollte Malik ihn wegstoßen, doch stattdessen krallte er sich an Mariku fest, zog ihn näher an sich, bis er von seinem Körper gegen die Wand gedrückt wurde.
„Ich will nur dich“, flüsterte Mariku ihm ins Ohr.
Malik nickte. Es fühlte sich gut an das zu hören.
„Nur dich“, wiederholte Mariku. Er küsste Malik erneut, diesmal nur kurz. „Willst du lieber wieder gehen?“
Malik schüttelte den Kopf. Er räusperte sich. „Nein, lass uns wieder reingehen.“
„Sicher? Wir können auch drüber reden.“
Wieder schüttelte Malik den Kopf. Er wollte nicht über seine Dummheit reden. Er wollte sich betrinken.

„Malik, wer ist dein gutaussehender Freund?“, war das erste, das ein Mädchen fragte, nachdem sie sich zu Yuugi gesellt hatten.
„Das ist Mariku, er geht mit mir zur Schule.“
„Oh! Hi Mariku, ich bin Mai.“ Und schon hatte er ihre ganze ungewollte Aufmerksamkeit. Mariku sah hilfesuchend zu Malik, doch der zuckte nur mit den Schultern. Man sah es Malik nicht an, wie er sich gerade noch gefühlt hatte. Mariku zog die Stirn kraus. Malik war wirklich gut darin seine Gefühle zu überspielen.
„Malik!“ Kisara fiel ihm um den Hals. „Es ist so schön dich wieder zu sehen.“
„Wo ist Kaiba?“
Kisara verdrehte die Augen. „Arbeiten, wo sonst?“ Sie seufzte. „Wieso bist du letztes Mal so schnell abgehauen? Wir hatten doch so viel Spaß!“ Sie drückte sich an Malik.
Mariku hob die Augenbrauen. Letztes Mal? Etwa als Malik hier gewesen war? Mariku biss sich auf die Unterlippe. „Bin vergeben“, murmelte er Mai zu und entriss seinen Arm aus ihrem Griff.
Er legte seine Hand auf Maliks Schulter, doch bevor er etwas sagen konnte, wandte sich Yuugi ihnen zu. „Ihr habt ja noch gar nichts zu trinken! Das müssen wir ändern.“ Wie von Zauberhand hatte er plötzlich zwei Gläser in den Händen und hielt sie ihnen entgegen.
„Yuugi, du bist der Beste!“ Malik entwand sich Kisaras Umarmung und nahm Yuugi grinsend das Glas ab. Er nahm einen großen Schluck und schauderte leicht. „Lecker.“
Mariku nippte an seinem nur. Er hatte nicht vor betrunken zu werden.
Malik sah ihn an. „Wolltest du vorher was sagen?“
„Schon gut.“

Sie setzten sich, Mariku neben Malik und sehr zu Marikus Missfallen saß Kisara auf Maliks anderer Seite. Es schien ihn nicht zu stören. Mariku nahm noch einen Schluck und fragte sich, ob Malik das extra tat. Wollte er ihm eins auswischen für die Sache mit Otogi? Er hatte das doch auch nicht gewusst!
Doch Mariku hatte nicht viel Zeit sich Gedanken zu machen, denn er wurde mehr in die Gespräche mit einbezogen, als er erwartet hatte. Maliks Freunde fragten ihn aus, doch als sich das Gespräch dahin wandte, dass er Otogi kannte, spannte sich Malik neben ihm an und ballte eine Hand zur Faust. Er leerte sein Glas.
„Ich hol mir noch was“, murmelte Malik und verschwand.
Mariku sah ihm hinterher und seufzte.

Es dauerte eine ganze Weile, bis Malik wieder zurückkam. Sein Glas war bis zum Rand gefüllt und er verschüttete fast einen Teil, als er sich setzte. Kisara hatte sich inzwischen verzogen, da Malik ihr schon zuvor nicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte.
„Alles in Ordnung?“, fragte Mariku leise
„Sicher.“ Maliks Atem roch nach Alkohol, was Mariku sagte, dass das Glas aus dem er gerade trank, nicht erst sein zweites war. „Versteht ihr euch gut?“, fragte Malik in die Runde.
„Klar! Mariku ist schon so gut wie unser Kumpel!“ Yuugi klopfte ihm etwas umständlich auf die Schulter.
Malik grinste und trank sein halbes Glas leer.


Mariku ließ sich auf eine Couch in der Ecke fallen und schloss kurz die Augen. Er war inzwischen leicht beschwipst und brauchte eine kurze Auszeit. Als sich jemand neben ihn setzte, machte er die Augen wieder auf und war überrascht Malik zu sehen. Sie hatten den ganzen Abend über nicht viel miteinander geredet, Malik war mehr damit beschäftigt gewesen sich zu betrinken.
Und er war damit auch sehr erfolgreich gewesen.
„Mariku“, raunte Malik und legte seine Arme um Mariku.
„Was ist?“
Malik spitzte die Lippen. „Küss mich.“
„Und wenn uns jemand sieht?“
„Egaaaaal.“ Er küsste Marikus Wange.
Schnell sah Mariku zu den anderen, doch niemand schenkte ihnen Aufmerksamkeit. „Warten wir bis wir zuhause sind.“
„Aber ich will jetzt!“, quengelte Malik und versuchte Mariku erneut zu küssen. Er traf nur Marikus Mundwinkel. „Du hast die ganze Zeit nur mit den anderen geredet.“
Mariku hob überrascht die Augenbrauen. Malik hatte sich vernachlässigt gefühlt? Er war doch so kühl zu ihm gewesen oder hatte er das falsch aufgefasst?
„Außerdem“, Malik lehnte sich an Marikus Ohr, er kicherte, „bin ich echt total scharf auf dich.“ Er küsste sein Ohr und lachte. „Ich will S-E-X! Sex!“ Er begann zu kichern und brauchte eine Weile, bis er sich wieder einkriegte. „Mit dir!“ Er zeigte auf Mariku.
Mariku schluckte. Der Gedanke war wirklich verlockend.
Doch als Malik sich auf seinen Schoß setzen wollte, schob Mariku ihn weg und stand auf. „Wir gehen jetzt nach Hause.“ Er zog Malik hoch, der stolperte und von Mariku gestützt werden musste.
Er bugsierte Malik Richtung Tür, als ihm einfiel, dass er gar nicht wusste, wie sie zu Malik nach Hause kamen. Mariku blieb stehen. Sie waren ein paar Mal umgestiegen, doch er hatte sich die Stationen nicht gemerkt. Hilfesuchend sah er sich um, doch alle anderen waren genauso betrunken wie Malik. Er wandte sich an Otogi, doch der starrte ihn nur lächelnd an, während er Rauch ausstieß.
Mariku seufzte und schleppte Malik die Treppe nach oben. Oben angekommen versuchte Malik sofort Mariku wieder zu küssen, doch Mariku blockte ab. Er musste sie irgendwie zu Malik bekommen.
„Bleib hier sitzen“, sagte Mariku, nachdem er Malik auf eine niedrige Gartenmauer gesetzt hatte. Als er ihm das Handy aus der Hosentasche zog, begann Malik wieder zu kichern.
Mariku fühlte sich nicht wohl bei dem Gedanken um zwei Uhr morgens Maliks Familie anzurufen, doch er hatte keine andere Wahl. Das Handy war jedoch mit einem Mustercode verschlossen.
„Verdammt!“, fluchte Mariku leise. Er hielt das Handy Malik hin. „Mach es bitte auf.“
„S-E-X“, kicherte Malik.
„Malik, bitte.“
Doch Malik sah das Handy nur an und zuckte mit den Schultern. Mariku seufzte. Er betrachtete das Display und versuchte das Muster über die Fingerspuren zu erraten. Zu seinem Glück zeichnete sich die Spur deutlich ab.
„M? Wirklich?“ Malik grinste ihn nur an. „Ich hätt’s mir denken können.“ Mariku scrollte durch das Telefonbuch bis er den Eintrag „Home“ fand. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, als er wählte. Er hoffte, jemand würde rangehen.
Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis ein verschlafenes „Malik?“ zu hören war.
„Ähm, Isis, tut mir leid, hier ist Mariku.“
„Ist etwas passiert?“ Mit einem Mal klang sie hellwach.
„Malik ist betrunken und wir sind bei Ryuji Otogi und ich weiß nicht, wie wir hier wegkommen.“
Isis seufzte. „Rishid wird euch abholen.“
„Okay, danke, tut mir leid.“
„Schon gut.“
Mariku schob das Handy in seine eigene Hosentasche und setzte sich zu Malik auf die Mauer. Er legte einen Arm um ihn. „Du zitterst ja.“
„Ist nicht kalt“, sagte Malik, zitterte aber weiter. Mariku zog seine Jacke aus und legte sie Malik zusätzlich über die Schulter. Er drückte ihn an sich.

Zwanzig Minuten später hielt Rishid vor ihnen auf der Straße. Sie verfrachteten Malik ins Auto und Mariku entschuldigte sich noch einmal dafür, dass er die beiden geweckt hatte.
„Ist in Ordnung. Das ist nicht das erste Mal und ich bin froh, dass es diesmal nicht die Polizei war.“
Mariku hob überrascht die Augenbrauen, sagte aber nichts dazu. Sein Arm lag immer noch um Malik, obwohl dieser aufgehört hatte zu zittern und auch sonst ruhiger geworden war.


Mariku ließ sich erleichtert neben Malik aufs Bett fallen, nachdem er Malik dabei geholfen hatte sich auszuziehen und auch seine eigene Kleidung auf dem Boden lag. Für einen Moment hatte er wirklich Angst gehabt, sie würden nicht nach Hause kommen. Er war müde und freute sich auf den Schlaf.
„Mariku“, schnurrte Malik und Mariku setzte sich etwas auf. Malik grinste ihn an. „Wir sind zuhause.“
„Jupp. Ist dir noch kalt?“
Schwerfällig setzte Malik sich auf. „Mir ist heiß.“ Er kicherte. Diesmal hielt Mariku ihn nicht auf, als er sich auf seinen Schoß setzte. „Sehr heiß“, flüsterte er gegen Marikus Lippen.
„Du solltest besser schlafen.“ Sie küssten sich kurz.
„Ich will mit dir schlafen“, erwiderte Malik grinsend.
„Du bist betrunken.“
„Na und? Hat dich letztes Mal auch nicht gestört.“
Da war was Wahres dran, auch wenn er damals auch betrunken gewesen war. Diesmal war er jedoch noch bei Sinnen und wusste genau, das Malik ihn morgen dafür hassen würde. Er erwiderte den Kuss trotzdem.
Maliks Finger strichen über Marikus Oberkörper und glitten langsam tiefer. Am Bund seiner Shorts stoppte Mariku ihn. „Das ist weit genug.“
Malik schüttelte den Kopf. „Ich will Sex.“ Er riss eine Hand los und legte sie auf Marikus Schritt. Mariku biss sich auf die Lippe, als Malik die Hand bewegte. „Und du willst auch, ich weiß es.“
„Nicht jetzt.“ Er nahm Maliks Hand aus seinem Schoß.
Malik presste die Lippen aufeinander. Wut überkam ihn. „Gut“, zischte er und stieg von Marikus Schoß. „Dann nicht. Was soll’s!“
„Malik, bitte...“
„Nein, ist okay, du willst mich nicht.“
„Das ist doch gar nicht...“ Doch Mariku stockte, als sich Malik auch noch seine Shorts auszog. Er starrte ihn an, während Malik nackt und mit verschränkten Armen neben ihm kniete, und konnte den Blick gar nicht abwenden.
„Willst du mich immer noch nicht?“
Mariku schluckte. „Doch, aber...“
„Aber ich bin betrunken, ich weiß, außerdem hab ich keine Erfahrung und bin langweilig.“ Mariku hob die Augenbrauen. Aha, da steckte also noch mehr dahinter. Er blieb ruhig und ließ Malik sich alles von der Seele reden. „Wer will schon so einen unerfahrenen, langweiligen Typen wie mich?!“ Er schlug auf die Matratze. „Aber ich kann das auch alles! Ich kann das alles, was du mit den anderen gemacht hast und das auch noch tausend Mal besser und, und...“ Er presste kurz die Lippen aufeinander, „ich kann noch viel mehr, was auch immer du willst.“
Mariku lächelte. Dieser Idiot! Das war seine Sorge? Dass er ihm zu unerfahren war? Er umarmte Malik und zog ihn zu sich. „Stimmt“, sagte er leise und streichelte Maliks Rücken. „Du kannst das sogar eine Milliarde Mal besser als alle anderen.“ Er küsste Maliks Haare.
„Und Otogi?“
„Selbst der betrunkene Sex mit dir, an den ich mich nur noch bruchstückhaft erinnere, war besser als alles mit ihm.“
Malik richtete sich ein Stück auf. „Wirklich?“
Mariku nickte, doch Malik sah nicht überzeugt aus. Mariku strich ihm über die Wange. „Selbst das hier ist besser, weil du hier bist.“
Malik öffnete den Mund, doch schloss ihn gleich wieder. Er sah verlegen zur Seite. „Du bist doof“, murmelte er.
„Ich weiß.“ Mariku küsste ihn. „Und jetzt schlaf und mach dir darüber keine Gedanken mehr.“
„Ich versuch’s.“
Mariku zog die Decke über sie und Malik schmiegte sich an ihn.

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Leto

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