acetonperoxid: (Default)
[personal profile] acetonperoxid
Ryou streifte durch sein Raumschiff, als würde er alles zum ersten Mal sehen. Seto hatte sich schließlich doch auf den Tausch eingelassen, nachdem Ryou ihn schon fast angebettelt hatte. Es war erniedrigend gewesen, doch Amane war mehr als nur ein Schiff. Sie war sein Zuhause.
Ryous Finger glitten an der Wand entlang, über Kratzer und Einschusslöcher. Seit er Amane besaß war sie noch nie in einem so ramponierten Zustand gewesen. Es würde Wochen dauern sie reparieren zu lassen, vielleicht sogar länger, und dann hatte er immer noch keine Crew. Ryou knirschte mit den Zähnen. Anzu war die einzige, die noch übrig war von den Leuten, die in den letzten Jahrzehnten so etwas wie eine Familie für ihn geworden waren.
Ryou schlug gegen die Wand. Auf dieser Reise hatte er so gut wie alles verloren. Er würde nie wieder Passagiere transportieren. Er ließ sich auf seinen Stuhl fallen und sah zu Jonouchis und Hondas Plätzen. Falls er je wieder irgendetwas transportieren würde. Krieg würde kommen und niemand konnte etwas dagegen tun. Ein Teil von ihm wollte weglaufen; Amane reparieren lassen und einfach weg, in irgendein fernes Sternensystem.
Ryou ballte die Hände zu Fäusten. Doch er hatte sich geschworen kein Feigling mehr zu sein. Er würde bleiben und kämpfen!

Es klopfte und Ryou zuckte zusammen. Es war Bakura.
„Was willst du noch?“, fuhr er ihn an. Hatte er nicht schon genug angerichtet?
„Mich entschuldigen.“
Ryou schnaubte. „Dein Tonfall klingt nicht nach einer Entschuldigung.“
„Stimmt.“ Bakura zuckte mit den Schultern. „Ich wollte nur überleben.“
„Ich bin sicher, das wollte Jonouchi auch“, erwiderte Ryou bitter.
„Überleben des Stärkeren.“
Es war das erste Mal, das Ryou Bakura ansah, seit dieser den Raum betreten hatte. „Bist du hier um mich noch wütender zu machen?“
„Nein, eigentlich will ich, dass du nicht mehr wütend auf mich bist.“
„Du machst das richtig gut.“ Ryou wandte seinen Blick wieder ab. „Und jetzt verpiss dich.“
Doch Bakura blieb. Ryou knirschte mit den Zähnen. Konnte er nicht einfach gehen? Es war so schon schwer genug.
Er sah Bakura an. „Ich hab noch nie jemanden getroffen, der mich in einem so kurzen Zeitraum so sehr genervt hat wie du.“
Bakura grinste. „Ein besonderes Talent.
Ryou verdrehte die Augen. „Keins auf das du stolz sein solltest.“
„Es freut mich übrigens, dass du dein Schiff wieder hast. Ich hätte nicht geglaubt, dass du das je wieder siehst.“
„Ich auch nicht“, murrte Ryou. „Dank euch wäre es ja fast weggewesen.“
„Hey, ich hab gar nichts gemacht.“
„Du hast dich für diesen idiotischen Menschen und den Abschaum eingesetzt.“
„War doch ein spannendes Abenteuer.“
„Oh ja, und was für eins! Es ist immer wieder toll mehrmals fast zu krepieren, gejagt und gefoltert zu werden“, fauchte Ryou.
Bakura hob abwehrend die Hände. „Ich mach doch nur Scherze. Dein Schiff heißt Amane, hm? Schöner Name. Was bedeutet er?“
Ryou öffnete den Mund, für einen Moment gewillt, die Namensherkunft zu erklären, doch dann entschied er sich anders: „Das geht dich nichts an.“
„Okay, vielleicht sagst du’s mir ein anderes Mal.“ Bakura betrachtete Ryou, der wieder den Blick abwandte. „Was hast du jetzt vor? Reist du ab?“
„Was denkst du?“ Ryou gestikulierte wild. „Mein Schiff ist ein Schrotthaufen und ich hab keine Crew. Ich flieg erstmal nirgends hin. Und jetzt verzieh dich endlich!“
Doch Bakura zögerte. „Ich bleib in der Stadt, also, wenn du Hilfe brauchst oder ich irgendwas für dich tun kann, du weißt schon.“ Er grinste.
„GEH!“


Mariku starrte Akunadin an. Sein Blick wanderte von dem langen, schuppigen Schwanz zu den Schuppen in seinem Gesicht und auf den Händen. Sie hatten die Farbe von blassem Lila, das an manchen Stellen blau schimmerte. Die Fingernägel waren Klauen und die Pupillen Schlitze.
Notechis.
„Wie...?“ Mehr brachte Mariku nicht heraus. Zog er Notechis irgendwie magisch an? Verströmte er irgendein Kairomon, oder was war los?
„Es ist eine sehr starke Illusion nötig um zu verstecken, was ich wirklich bin. Der Umhang und die Kapuze sind ein zusätzlicher Schutz.“ Akunadin veränderte sein Aussehen erneut bis er wieder nicht von einem Menschen zu unterscheiden war. Er setzte sich und sah Mariku abwartend an. Als Mariku jedoch keine Anstalten machte sich von der Wand wegzubewegen, seufzte er. „Bitte setz dich doch wieder. Ich werde dir nichts tun.“
Ohne Akunadin aus den Augen zu lassen, stellte Mariku langsam den Stuhl wieder auf und ließ sich darauf nieder. Ihm schwirrten tausend Fragen durch den Kopf und er wusste nicht, welche er zuerst stellen sollte.
Akunadin nahm ihm die Entscheidung ab: „Natürlich ist es ein Risiko auf einem Planten im Herzen der Sternenallianz zu leben, aber ich wollte damals nach dem Krieg aktiv dabei helfen die Zerstörung wieder gutzumachen.“
Mariku hob die Augenbrauen. Das war das Verrückteste, das er seit langem gehört hatte, und er hatte in den letzten Wochen viel erlebt.
Akunadin schmunzelte, als er den Unglauben in Marikus Gesicht sah. „Ich war Offizier in der Armee der Notechis. Kaltherzig und gnadenlos, so wie wir alle erzogen werden. Ich habe unzählige Unschuldige getötet.“ Er sah auf seine Hände, als würde immer noch Blut an ihnen kleben. „Wir hatten dieses kleine, unbedeutende Dorf ausgelöscht. Einfach so. Weil wir es konnten.“ Er zuckte mit den Schultern. Es lag kein Bedauern und auch keine Reue in seinem Tonfall. „Aber irgendwas ist passiert in dieser Nacht. Ich stand in den Überresten dieses Dorfes, über und über mit Blut besudelt, irgendwer hatte angefangen die Häuser in Brand zu stecken, und hab mich gefragt Warum?“ Er sah Mariku ernst an. „Als Notechis stellst du keine Fragen. Du kämpfst und hinterfragst nicht. Auch auf das werden wir trainiert.“ Er seufzte. „In dieser Nacht bin ich desertiert und wurde damit als Verräter gebrandmarkt. Von da an wurde ich von allen gejagt, der Sternenallianz und meinen eigenen Leuten.“
Akunadin machte eine Pause und ließ Mariku Zeit, das eben gehörte zu verarbeiten.
„Bereust du’s?“, fragte Mariku schließlich.
Akunadin schüttelte den Kopf. „Ich würde es immer wieder tun. Ich hielt mich erst versteckt, dann fing ich an von Planet zu Planet zu reisen, was sich als gar nicht so leicht herausstellte, bis ich einen Illusionisten fand, der mit helfen konnte.“
„Was ist mit Malik?“ Akunadins Geschichte war interessant, Mariku fiel es schon fast schwer sie zu glauben, doch er wollte endlich mehr über Malik erfahren.
Ein Lächeln legte sich auf Akunadins Lippen. „Ich kenne ihn, sehr gut sogar. Er ist mein Neffe.“
„Was?“ Mariku stand so abrupt auf, dass er Stuhl umfiel.
„Sein Vater ist mein Bruder.“
Mariku stellte den Stuhl wieder auf. Sein Mund stand offen, während er Akunadin ansah, ungläubig, aber gierig nach mehr Informationen.
„Es freut mich zu hören, das Malik doch nicht die hirnlose Kampfmaschine geworden ist, zu der sein Vater ihn erziehen wollte. Malik ist damals sehr schnell in den Rängen aufgestiegen.“ Mariku hörte den leichten Stolz aus Akunadins Stimme, auch wenn er vermutete, dass er das ganz unbewusst tat. „Es ist jedoch bedauerlich, dass er zurückgeblieben ist.“ Akunadin presste die Lippen aufeinander.
Mariku senkte den Blick. Der Gedanke an Malik stimmte ihn traurig. Er ballte die Hände zu Fäusten. Es machte ihn wütend, dass er nichts tun konnte um Malik zu helfen. Mariku begann zu zittern. Er war so nutzlos und schwach.
Akunadin legte ihm die Hand auf die Schulter und Mariku sah auf. „Es wird ihm nichts passieren. Er ist gerissen und weiß, wie er sich zu verhalten hat, um nicht aufzufallen.“
Doch Mariku schüttelte den Kopf. Es war nicht die Sorge, das Malik auffliegen könnte, die ihn so aufwühlte. „Kura“, zischte er. „Er... er...“ Wütend schlug er mit seinen Fäusten auf den Tisch.


Mariku hatte die Arme hinter dem Kopf verschränkt und starrte an die dunkle Decke. Er hatte schließlich doch Akunadins Angebot angenommen bei ihm zu bleiben, zumindest vorerst. Er war dabei noch einmal über das, was Akunadin ihm erzählt hatte, nachzudenken, doch seine Wunden hatten angefangen zu jucken und das machte ihn fast wahnsinnig. Am liebsten hätte er sein Gesicht wieder aufgekratzt. Nur ein Grund mehr, warum er nicht einschlafen konnte. Dabei war das weiche Bett ein Traum und obwohl es auf diesem Planeten nicht dunkel wurde, sorgte eine Metallplatte am Fenster für Dunkelheit und Totenstille. Mariku hörte seinen eigenen Atem.
Akunadin hatte ihn nicht über Kura befragt, nachdem er so wütend geworden war, sondern ihn nur ins Bett geschickt. Er musste schlafen, hatte er gesagt. Mariku drehte sich auf den Bauch. Als ob er das konnte. Er war erschöpft, aber zu erschöpft um einzuschlafen und dann waren da noch das Jucken und seine Sorge um Malik. Würde er ihn je wiedersehen?
Unruhig drehte sich Mariku wieder auf den Rücken und kniff die Augen zusammen, als seine Schulter unangenehm stach. Er war ein Wrack. Da half es auch nicht, dass Schulter und Rücken angeblich so gut wie verheilt waren. Er merkte den Schmerz immer noch. Zumindest glaubte er das. Und dieses Jucken!
Mariku versuchte die Bandagen zur Seite zu schieben, doch die saßen bombenfest. Er schaffte es nicht mal sie einen Millimeter zu bewegen. Er versuchte über ihnen zu kratzen, doch es brachte nichts. So würde er niemals einschlafen.
Wie spät es wohl war? Mariku setzte sich auf und suchte nach einer Uhr, doch er fand nicht mal einen Lichtschalter. Seufzend ließ er sich wieder zurücksinken. Das würde eine lange „Nacht“ werden.


Ryou betrachtete sich im Spiegel und sein Blick blieb bei der fehlenden Feder hängen. Er seufzte. Er fühlte sich seltsam ohne sie, doch konnte er auch froh sein, dass er noch all seine Sinne beisammen hatte. Manche wurden schon beim Verlust einer Feder verrückt. Ryou berührte die Stelle, tastete in das kleine Loch hinein und zuckte zusammen, als Schmerz sich durch seinen Kopf zog. Er nahm die Hand weg und drehte sich vom Spiegel weg. Sein Raum war ein einziges Chaos. Seto und seine Leute waren nicht gerade zimperlich vorgegangen, als sie ihn durchsucht hatten. Ryou schob einige Kleidungsstücke mit dem Fuß beiseite. Zumindest hatten sie seinen Geheimtresor nicht gefunden.
Ryous Finger strichen über den glatten Boden. Selbst wenn sie ihn gefunden hätten, hätten sie ihn nicht öffnen können. Linien erschienen auf dem Boden und zogen sich durch den ganzen Raum. Ryou wurde in ein hellblaues, schon fast weißes Licht getaucht. Er legte beide Hände auf den Boden und das Licht wurde grün.
Ryou stand auf. Die grüne Farbe breitete sich aus, bis der gesamte Boden, die Decke und die Wände grün leuchteten. Nur neben seinem Bett gab es eine kleine Stelle, die weiß geblieben war. Ryou legte seine Hände in das weiße Feld und erneut veränderte sich die Farbe. Aus grün wurde rot und das Leuchten ließ nach, bis wieder nur Linien zu sehen waren. Die Linien bewegten sich durch den Raum und sammelten sich schließlich an einer Stelle nicht unweit von Ryou. Es machte „Klick“ und es erschien ein Loch in der Wand.
Ryous Finger zitterten leicht, als er die Kiste herausnahm. Hätten sie seinen Tresor geplündert, dann wäre alles verloren gewesen. Er hätte Amane nicht mehr reparieren lassen können, er hätte... einfach nichts mehr gehabt. Er öffnete die Kiste, die fast bis zum Rand mit Münzen gefüllt war. Es würde reichen um Amane zu reparieren, zumindest hoffte er das.

„Ryou?“
Ryou zuckte zusammen und schlug den Deckel der Kiste zu. Er drehte sich um und entspannte sich etwas, als er sah, dass es Anzu war.
„Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken.“
„Schon gut.“ Ryou stand auf. „Was gibt’s?“
„Nun ja“, Anzu sah zur Seite. Das Wasser in ihrem Körper bewegte sich unruhig. Ryou kannte sie lange genug um zu wissen, dass ihr etwas Größeres auf dem Herzen lag. „Jetzt, mit dem bevorstehenden Krieg, ich meine“, sie trat unruhig von einem Bein auf das andere, „ich wollte fragen, ob es vielleicht okay wäre, wenn ich...“ Sie brach ab und sah Ryou an. „Ich meine, es ist mir unangenehm, dich in dieser Situation alleine zu lassen, aber ich würde wirklich gerne meine Familie sehen.“
Ryou lächelte schwach. „Ist in Ordnung.“
„Wirklich?“
Ryou zuckte mit den Schultern. „Ist nicht so, als hätte ich Arbeit für dich.“
Anzu umarmte ihn. „Aber wenn ich irgendwas für dich tun kann...“
„Geh zu deiner Familie“, murmelte Ryou. Ohne Anzu wäre er ganz allein, doch er würde sie nicht davon abhalten ihre Familie zu sehen. Die Zeiten würden noch schwer genug werden.

Ryou fühlte sich verloren, als Anzu durch die Tür ging. Jetzt hatte er wirklich niemanden mehr, doch einen Vorwurf machte er ihr nicht. An ihrer Stelle würde er auch nichts anderes tun.
Ob er Anzu jemals wieder sehen würde?
Im Nachhinein fragte er sich, ob er zu streng und zu hart mit seinen Freunden umgegangen war. Besonders mit Jonouchi war er manchmal nicht besonders nett umgesprungen. Ryou biss sich auf die Lippe. Trotzdem hatte Jonouchi ihm das nie übel genommen und hatte Ryou nicht einmal einen Grund gegeben an ihrer Freundschaft zu zweifeln. Ryou seufzte. Jetzt war es dafür sowieso zu spät. Er setzte sich wieder auf sein Bett und sah sich um. „Jetzt sind es wieder nur du und ich, Amane. So wie ganz am Anfang.“


Schweißgebadet schreckte Mariku aus einem unruhigen Schlaf. Sein Atem ging schnell und sein Herz raste. Hektisch sah er sich um, versuchte sich zu erinnern wo er war.
Nur langsam wurde ihm bewusst, dass er nicht in Gefahr war. Er ließ die Decke los, die er krampfhaft festgehalten hatte. Erschöpft ließ sich Mariku zurück ins Kissen sinken. Er schauderte, als er an seinen Traum dachte, dabei konnte er sich nicht einmal daran erinnern, was passiert war. Trotzdem hatte er ein seltsam beklemmendes Gefühl hinterlassen. Mariku schob die Decke von sich und fächelte sich Luft zu.
Wie lange hatte er geschlafen?
Wie spät war es?
Dass er keine Uhr hatte, nervte ihn. Er brauchte ein Gefühl von Zeit.
Mariku stand auf und schob das Metall zur Seite, dass das Fenster verdeckte. Er kniff die Augen zusammen. Zu hell. Er schob das Metall wieder vor. Er konnte nicht mal durch den Sonnenstand bestimmen wie spät es war, weil es einfach nie dunkel wurde.
Mariku seufzte. Der Planet war jetzt schon anstrengend und er war erst... er wusste noch nicht einmal, wie lange er jetzt schon hier war. Ein Tag? Zwei? Oder sogar schon länger? Vielleicht würde er sich aber auch daran gewöhnen.

„Akunadin?“, fragte Mariku, als er das Zimmer verließ. Wieder kniff er die Augen zusammen. Er blinzelte schnell, bis er sich an das Licht gewöhnt hatte. „Akunadin?“ Doch er bekam keine Antwort. Er suchte nach dem Notechis, doch fand ihn nicht.
Mariku ließ sich in der Küche auf einen Stuhl sinken. Er hatte ihm noch nicht mal eine Nachricht hinterlassen. Wann würde er zurückkommen? Was sollte er in der Zwischenzeit machen?
Sein Magen knurrte und Marikus Blick fiel auf den Topf, der auf dem Herd stand. Es war bestimmt noch Suppe da. Er stand auf und hob den Deckel an. Ein kleiner Rest Suppe war noch im Topf, Mariku war sich jedoch nicht sicher, wie der Herd zu bedienen war. Er drückte aufs Display, doch nichts geschah. Er drückte etwas energischer, doch der Herd war nicht bereit mit ihm zu kooperieren.
Mariku seufzte genervt und öffnete den Kühlschrank. Das war zwar nicht besonders höflich, aber wenn Akunadin ihn allein ließ, was sollte er machen?
Der Inhalt des Kühlschranks brachte ihn nicht weiter. Das meiste kannte er noch nicht einmal und für den Rest brauchte er den Ofen. Er schloss den Kühlschrank wieder.
Dann würde er sich eben draußen etwas besorgen. Er hatte noch etwas von dem Geld übrig, das Bakura ihm gegeben hatte. Er zog sich rasch an, doch als er Akunadins Wohnung verlassen wollte, musste er feststellen, dass die Tür keine Klinke besaß. Mariku suchte nach einem Schalter oder ähnlichem, doch da war nichts. Er stemmte sich gegen die Tür, doch die gab natürlich keinen Millimeter nach.
„Der will mich doch verarschen.“


Das Bett quietsche, als sich Bakura auf die andere Seite drehte. Murrend zog er sich die Decke über den Kopf. Die Sonnen und die damit verbundene Strahlung machten ihm zu schaffen. Es war nicht so schlimm, wie auf dem Wüstenplaneten, da die Sonnen weitaus weniger Wärme abstrahlten, doch die Tatsache, dass es nie Nacht wurde, saugte ihm jegliche Energie ab. Wenn er wirklich vorhatte zu bleiben, würde er seinen Blutkonsum erhöhen müssen.
Grummelnd setzte Bakura sich auf. Dass sein Zimmer dunkel war, half etwas, doch er war zu lange draußen unterwegs gewesen. Immer noch in die Decken gewickelt stand Bakura auf und schlurfte zum Kühlschrank.
Ein fahles, blaues Licht erhellte den Raum, als er ihn öffnete. Er nahm einen Blutbeutel heraus und machte sich nicht die Umstände ein Glas zu holen. Gierig trank er bis der Beutel leer war. Bakura leckte sich über die Lippen und schloss genießerisch die Augen. Er fühlte sich gleich etwas besser.
Natürlich war es idiotisch, dass er ausgerechnet hier blieb, doch abgesehen davon, dass er nicht genug Geld hatte um sich überhaupt eine Reise zu leisten, wusste er auch nicht wohin er sollte. Nach Hause bestimmt nicht.
Bakura setzte sich wieder aufs Bett. Er würde im Krankenhaus nach Arbeit fragen, dann konnte er sich mehr leisten, als das karge Zimmer in dem er gerade saß. Und er musste seine Forschungen fortführen. Mariku hatte ihm gute Ergebnisse geliefert, aber die Nebenwirkungen mussten reduziert werden. Er brauchte einen Ersatz für sein Blut.
Bakura nutzte seinen Fuß um seine Tasche näher zu ziehen. Er hob sie hoch und holte ein Notizbuch heraus. Es war alt, altmodisch und hatte seine besten Zeiten bereits hinter sich, doch Bakura hing sehr daran. Er blätterte es durch. An jeder Seite klebten farbige Post-its und manche Seiten waren so lose geworden über die Jahre, dass er sie wieder hatte einkleben müssen. Bis auf die letzte Seite, war jede Seite vollgeschrieben.
Er hatte unterschiedliche Inhaltsstoffe für sein Medikament notiert, wieder welche ausgestrichen und neue aufgeschrieben. Es gab seitenweise Nebenwirkungen und Beobachtungen. Er hatte alles bis auf das kleinste Detail aufgeschrieben.
„Heilung stark beschleunigt“, murmelte er, während er Marikus Ergebnisse notierte. Bis auf die Blutabhängigkeit war alles perfekt gelaufen. Er musste wirklich einen Ersatz finden. Bakura tippte mit dem Stift auf das Papier. Vielleicht gab es im Krankenhaus einen Stoff.
Er las sich seine Notizen noch einmal durch. Sobald der Krieg kommen würde, wäre sein Mittel eine große Hilfe.
Bakura grinste. Und vor allen Dingen würde es Gold wert sein. Er hörte bereits die Münzen klimpern und fühlte sich nur etwas schlecht, dass er Profit aus dieser schrecklichen Situation ziehen wollte.
Er zuckte mit den Schultern. Am Ende drehte es sich doch immer nur ums Geld.
From:
Anonymous (will be screened)
OpenID (will be screened if not validated)
Identity URL: 
User
Account name:
Password:
If you don't have an account you can create one now.
Subject:
HTML doesn't work in the subject.

Message:

 
Notice: This account is set to log the IP addresses of everyone who comments.
Links will be displayed as unclickable URLs to help prevent spam.

Profile

acetonperoxid: (Default)
Leto

September 2015

S M T W T F S
  12345
6789101112
1314 1516171819
20212223242526
27282930   

Most Popular Tags

Style Credit

Expand Cut Tags

No cut tags
Page generated Jun. 23rd, 2017 08:48 am
Powered by Dreamwidth Studios