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Bakura legte sich einen Arm über die Augen. Selbst diese kleine Bewegung war ein Kraftakt in seiner momentanen Situation. Das grelle Licht drang durch seine geschlossenen Augenlider, sein Kopf dröhnte und er fühlte sich schwach und ausgelaugt. Die weißen Wände und der Boden reflektierten das grelle Licht und verstärkten seine Wirkung. Bakura hasste die Helligkeit. Außerdem war es unerträglich warm. Seine Kleidung klebte an seinem Körper. Selbst wenn er gewollt hätte, er hätte sich nicht vom Fleck bewegen können. Die Helligkeit saugte ihm regelrecht die Energie ab. Sie würde ihn nicht töten, doch sie machte ihn kraftlos.
Er wusste genau, was dieser Pirat vorhatte. Ein toter Nocidea nutzte ihm nichts, aber lebend war er eine Geldquelle. Das Blut eines hellhaarigen Nocidea galt als doppelt so stark wie das eines Dunkelhaarigen. Bakura wusste nicht, ob es stimmte, er wurde von seinem eigenen Blut nicht high.
Er berührte sein zerfetztes Ohr. Es war nicht sein erstes Aufeinandertreffen mit Piraten. Vor ein paar Jahren war er schon einmal in einer ähnlichen Situation gewesen.


Bakura hatte das Gefühl jeden Moment das Bewusstsein zu verlieren. Er starrte auf die Nadel in seinem Arm und wie sie das Blut aus seinem Körper zog. Bakura würgte und schloss die Augen. Er machte diese Prozedur fast täglich durch und er hatte sich immer noch nicht daran gewöhnt. Würde er auch nie. Wollte er auch gar nicht.
Bakura fiel nach vorne. Er hatte nicht mehr die Kraft seinen Oberkörper aufrecht zu halten. Er atmete schwer und ihm war schwindelig.
„Das war viel zu viel. Du sollst ihn nicht umbringen.“
Bakura hörte Schritte neben sich und man entfernte die Nadel aus seinem Arm.
„Der Boss hat’s angeordnet.“
„Aber nicht ihn umzubringen!“ Bakura wurde hochgehoben. „Hol ihm was zu trinken.“
„Ist es nicht komisch, dass wir ihm Blut abzapfen und ihm dann wieder welches geben?“
Genervtes Seufzen. „Du nervst. Mach einfach.“
Bakuras Bewusstsein schwand. Den Rest des Gesprächs bekam er nicht mehr mit.
Man warf ihn auf eine dünne Matratze und Bakura schwankte zwischen wach sein und Bewusstlosigkeit. Die Dunkelheit und Kühle linderten das Schwächegefühl, doch erst als man ihm einen Becher mit Blut an die Lippen setzte und er trinken konnte, kamen seine Lebensgeister zurück. Fast hätte er das Blut wieder ausgespuckt. Es schmeckte schal, doch schließlich packte er den Becher und trank ihn gierig leer. Der Becher rutschte ihm aus der Hand als er leer war und Bakura sank auf die Matratze zurück. Er wusste nicht, wie lange er diese Prozedur noch durchstehen würde.


„Beweg dich“, murrte der Pirat und stieß Bakura den Gewehrlauf in den Rücken. Bakura stolperte leicht nach vorne und verdrehte die Augen. Wenn die Piraten ihm weiterhin so oft Blut abzapften, würde sein Körper nicht mehr hinterherkommen Neues zu produzieren. Selbst Gehen fiel ihm immer schwerer. Dass man ihn mit altem, abgestandenem Blut ernährte war auch nicht gerade hilfreich. Was würde er nicht alles für einen Schluck warmen, frischen Bluts geben.
Es herrschte Tumult in den Fluren des Piratenschiffs und einer von Bakuras Wächtern hielt einen anderen Piraten auf. Er war klein und mit Fell bedeckt.
„Was ist los?“
„Die haben ein Raumschiff abgefangen“, antwortete er mit aufgeregter und piepsiger Stimme. „Es soll Adamas geladen haben.“
Bakuras Wärter sahen sich an. Es passierte nicht jeden Tag, dass sie über so einen Schatz stolperten. Außerdem waren beide neugierig auf das Adamas. Es war so selten und wertvoll, dass keiner von ihnen es bisher zu Gesicht bekommen hatte. Sie eilten zusammen mit den anderen Piraten in die große Halle. Bakura wurde regelrecht mitgeschleift.

Eher uninteressiert betrachtete Bakura das Raumschiff mit der blau-weißen Außenhülle. ANE war das einzige, das er von dessen Namen lesen konnte. Sie standen etwas abseits und versteckt, denn eigentlich sollten sie gar nicht hier sein. Trotzdem hatte Bakura einen guten Blick auf das Geschehen.
Die Eingangsklappe öffnete sich und ein Cygni kam die Stufen herunter. Raunen ging durch die Piraten. Nicht nur, dass auch ein Cygni viel wert war, es war auch selten, einen als Piloten zu sehen. Seit dem Krieg hielten sie sich eher unter sich.
Bakura spitzte die Ohren und blendete die anderen Geräusche aus um das Gespräch zwischen dem Cygni und dem Kapitän mithören zu können.
„Du bringst mich etwas aus meinem Zeitplan.“ Die Abwesenheit von Furcht in seiner Stimme überraschte Bakura. Er war noch nie einem Cygni begegnet, der so selbstsicher sprach. „Ich hab eine eilige Lieferung.“
Der Piratenkapitän lachte. „Du bist längst am Ziel. Wir übernehmen das Adamas von hier aus.“
„Adamas?“ Der Cygni legte den Kopf leicht schief. „Wer sagt, dass ich Adamas geladen habe?“ Der Kapitän knurrte und wollte den Cygni packen, doch dieser trat einfach einen Schritt zurück. Bakura reckte den Hals noch ein Stück. „Aber ich hab wirklich was für dich und deine ganze räudige Crew: einen Trip ins Gefängnis.“
Lachen schallte durch die Halle, doch es blieb den Piraten schnell im Hals stecken, als eine Milizeinheit der Sternenallianz aus dem Raumschiff stürmte.
Einer von Bakuras Wächter warf schreiend sein Gewehr zur Seite und rannte weg.
„Dieser Idiot!“, fluchte der andere.
Bakura nutzte die Gelegenheit um ihm seinen Ellenbogen ins Gesicht zu rammen. Der Pirat taumelte. Bakura packte ihn und versenkte seine Zähne in seinem Hals. Gierig saugte Bakura an der Halswunde und spürte, wie sein Körper wieder richtig zu arbeiten begann.
Plötzlich wurde er zurückgerissen und ging zu Boden. Einer der Piraten war über ihm und versuchte ihm mit seinen Klauen die Augen auszustechen. Bakura drehte den Kopf zur Seite und schrie auf, als die Krallen stattdessen sein Ohr zerfetzten. Er stieß den Piraten von sich, der über seinen toten Kameraden stolperte und gegen die Wand prallte. Bakura verschwendete keine Zeit. Das frische Blut war längst in seinen Organismus übergegangen und versorgte ihn mit neuer Kraft. Er jagte seine Zähne in den Hals seines Angreifers und saugte auch diesem das Blut aus, bis der Körper nur noch leblos in seinem Griff hing.
Bakura ließ ihn zu Boden fallen und wischte sich über den Mund. Um ihn herum herrschte Chaos. Miliz und Piraten bekämpften sich bis aufs Blut und er hatte keine Lust zwischen die Fronten zu geraten. Am Ende würde man ihn noch für einen Piraten halten.
Bakura sah sich um, auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit. An den Wänden standen einige Flitzer, kleine Schiffe für eine Person. Sie eigneten sich eher für Kurzflüge, aber Bakura wollte eh nur aus dem Piratenschiff raus. Sein eigenes Blut rann ihm an Gesicht und Hals hinunter, doch Bakura konnte dem Schmerz keine Aufmerksamkeit schenken, er musste so schnell wie möglich verschwinden.

Er schlich durch die Menge und versuchte keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Als er sich hinter zwei Kisten duckte, konnte er einen Blick auf den Cygni erhaschen. Er stand oben an der Luke und unterhielt sich mit einem Vida. Sein Gesichtsausdruck war ernst, während er energisch ins Innere des Raumschiffs deutete.
Bakura rollte zur Seite, als jemand gegen die Kisten stieß und diese ins Wanken gerieten. Kriechend gelangte er unter einen der Flitzer und atmete dort erst einmal tief durch.
Plötzlich tauchte ein Pirat neben ihm auf, der scheinbar dieselbe Idee gehabt hatte. Bevor er jedoch reagieren konnte, brach Bakura ihm das Genick. Er hatte keine Zeit sich mit Konkurrenz aufzuhalten. Er kletterte gerade zur Einstiegsluke des Flitzers, als ein Schuss über seinen Kopf hinwegsauste. Bakura zog den Kopf ein und ließ sich vorwärts auf den Sitz fallen. Mit dem Fuß betätigte er den Knopf um das Glas zu schließen und drehte sich dann richtig um sich auf den Sitz setzen zu können. Er drückte einige Knöpfe und startete damit die Motoren, was wiederrum Aufmerksamkeit auf sich zog. Schüsse prallten an der Außenhülle ab und Bakura hoffte, dass kein wichtiger Teil beschädigt wurde. Bakura packte den Steuerknüppel und brachte den Flitzer in Position. Er schob den Beschleunigungsriegel nach vorne und achtete nicht darauf, ob ihm jemand ihm Weg stand. Er wollte einfach nur hier weg.
Funken sprühten als er an der Wand entlangschrammte. Bakura biss die Zähne zusammen und krallten sich regelrecht an den Steuerknüppel. Jetzt konnte er endlich den kompletten Namen des Raumschiffs sehen: AMANE.
„Ich steh in deiner Schuld, Schätzchen.“


Es war kein Zufall gewesen, dass er sich Ryous Schiff für seine Reise ausgesucht hatte. Seit diesem Tag hatte er oft an ihn gedacht. Er hatte diesen ungewöhnlichen Cygni unbedingt kennen lernen wollen.
Irgendwann würde er Ryou davon erzählen. Am besten, wenn sie sich das nächste Mal sahen, bevor er keine Gelegenheit mehr dazu hatte.


Fast lautlos ließ sich Malik von seinem Versteck auf den Boden fallen. Dabei blieb er mit seinem Shirt hängen und es riss. Malik stieß genervt Luft aus und betrachtete den Riss. Mariku würde bestimmt wieder meckern, wenn er das sah. Immerhin war es eins seiner Oberteile. Er sah sein grinsendes Gesicht vor sich und schüttelte den Kopf. Dieser verdammte Mensch. Malik fasste sich an die Lippen. Er machte ihn noch wahnsinnig. Malik schlüpfte aus seinen Schuhen und stellte sie in Marikus Kabine. Marikus Tasche lag auf dem Boden, das Display kaputt. Auch sonst herrschte Chaos im Zimmer. Die Piraten hatten alles durchsucht.

Malik schlich zum Ausgang von Ryous Raumschiff und spähte nach draußen. In der Nähe standen eine Handvoll Piraten, ihre Waffen lagen auf Kisten und sie alle hielten Flaschen in der Hand. Sie lachten und sprachen laut. Ungesehen schlich Malik aus dem Raumschiff. Das spärliche Licht half Malik sich unbemerkt durch die Halle zu bewegen. Bevor er sich um die Befreiung der Anderen kümmern konnte, musste er erst einmal einen Fluchtplan entwickeln. Sobald sie ein Schiff hatten, wäre es einfach das Piratenschiff zu verlassen.
Malik blieb vor einem Flitzer stehen. Noch einfacher wäre es, wenn er einfach allein verschwinden würde. Er legte eine Hand auf die Leiter, die zum Cockpit führte und sah nach oben. Er könnte einfach abhauen. „458C 52W“, murmelte er und griff die Sprosse fester.

„Ein Abschiedskuss, falls wir uns nicht mehr sehen.“

Malik fauchte. Er hasste ihn und wie er sich immer in seine Gedanken schlich.
„Habt ihr das gehört?“
Malik horchte auf. Er huschte auf die andere Seite des Flitzers und drückte sich in den Schatten eines größeren Schiffes. Zwei Piraten kamen näher.
„Hier ist nix.“
„Doch, ich hab was gehört, ganz sicher.“
„Ja, das Geräusch wie ich dir in den Arsch trete.“ Sie hatten eine kurze Rangelei, dann verschwanden sie wieder lachend.
Malik wartete noch einige Augenblicke ab, dann sah er an dem Schiff hoch, in dessen Schatten er stand. Ein Azur G40. Es war kleiner als Ryous Schiff und ein älteres Modell, aber es würde für ihre Zwecke reichen. So leise er konnte verschaffte sich Malik Zugang zum Schiff. Er sah sich im Cockpit um. Selbst die Steuerung war schon fast Antik. Dieses Modell wurde schon gar nicht mehr gebaut. Ob es überhaupt noch flog? Er konnte es nicht ausprobieren ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Trotzdem ließ er sich auf den Pilotenstuhl sinken und drückte ein paar Knöpfe. Das Display sprang sofort an. Malik schaltete es gleich wieder aus. Immerhin die Elektronik funktionierte. Er musste das Risiko eingehen.

Er kehrte in die Halle zurück und durchquerte sie. Die Piraten waren immer noch mit Trinken beschäftigt. Vorsichtig betrat er einen Flur. Ab jetzt musste er aufmerksam sein, denn er hatte weniger Möglichkeiten sich zu verstecken.
Fast sofort fiel sein Blick auf die Blutspur an der Wand. Niemand hatte sich die Mühe gemacht es wegzuwischen. Malik verdrehte die Augen. Dieser verdammte Mariku, konnte er sich nicht einmal nicht mit jemandem anlegen? Malik folgte der Blutspur. Er hätte sie gar nicht gebraucht, denn er sah ganz deutlich die Wärmespur, die Mariku hinterlassen hatte. Jedes Lebewesen strahlte Wärme ab und hinterließ dadurch eine Spur, die für Stunden, manchmal auch Tage, für Malik und Seinesgleichen zu sehen war. Wenn er die Wärmebilder kannte, konnte er sie ohne Schwierigkeiten zuordnen.

Als sich eine Tür vor ihm öffnete, hatte Malik nicht mehr die Zeit sich ein Versteck zu suchen. Die beiden Piraten starrten Malik mit großen Augen an und einer von ihnen öffnete den Mund, doch Malik schubste ihn gegen die Wand, während er den anderen mit einem Tritt zu Boden beförderte. Er brach dem ersten das Genick und stürzte sich auf den zweiten, bevor dieser nach seiner Waffe greifen konnte. Er bohrte ihm seine Krallen in den Bauch und injizierte ihm sein Gift. Sofort verkrampfte sich der Körper des Piraten. Er schnappte nach Luft, doch seine Atemwege schlossen sich bereits. Während er erstickte, zog Malik seinen Kumpanen in den Raum aus dem sie gekommen waren. Er konnte es sich nicht leisten, dass man sie zu schnell fand, weshalb er auch darauf geachtete hatte, keine Blutspuren zu hinterlassen. Er zog den zweiten Piraten ebenfalls in das Zimmer und schloss die Tür. Malik atmete tief durch. Er musste wirklich aufpassen.

Malik war froh, als sich breite und vor allem hohe Gänge vor ihm ausbreiteten. Die vielen Türen waren ein Risiko, aber er hatte Dank der hohen Decke eine einfachere Möglichkeit die Piraten zu umgehen.
Malik sprang und seine Krallen hinterließen Löcher in der Decke, als er sich daran festkrallte. Er zog die Beine nach und löste seine Krallen aus der Decke. Er hatte keine Probleme damit an Wänden oder Decken zu laufen. So hatte er sich auch damals an Mariku angeschlichen.
Malik bewegte sich langsam und achtete auf die Geräusche, die durch die Türen drangen. Sein Gehör war jedoch nicht fein genug um sie voneinander zu trennen. Er konnte nicht sagen, welches Geräusch aus welcher Richtung kam. Lautes Krachen hallte plötzlich durch die Gänge und Malik zuckte zusammen. Er hielt inne und lauschte. Eine wütende Stimme war zu hören und danach Lachen, doch Malik konnte nicht sagen, ob beides aus derselben Richtung kam. Er kroch weiter bis sich eine Tür unter ihm öffnete. Eine Gruppe Piraten trat heraus. Sie hielten alle Flaschen und Becher in den Händen und waren erheblich betrunken. Malik hielt still und drückte sich gegen die Decke. Einer der Piraten begann zu singen und ein zweiter stimmte mit ein und versuchte seinen Kameraden zu übertönen. Sie bemerkten Malik nicht und erst, als sie außer Sicht waren, setzte dieser seinen Weg fort.

Malik gelang tiefer ins Schiff und ließ sich wieder zu Boden fallen, als er den Schiffsteil mit den Zellen erreichte. Einen Wächter schien es nicht zu geben, deshalb gelangte Malik ungesehen hinein. Ein Blick auf das Schloss an der ersten Zelle sagte ihm, dass er eine Schlüsselkarte benötigte um die Türen zu öffnen. Malik knirschte mit den Zähnen. Der einfache Teil war vorbei.


Mariku schmeckte Blut in seinem Mund und er keuchte schmerzerfüllt, als der Pirat erneut in seinen Magen trat. Es war der, den er zuvor schon beleidigt hatte. „Jetzt reißt du keine so dummen Sprüche mehr, was?“
Mariku antwortete nicht. Ihm schwirrte der Kopf.
„Bring ihn nicht um, der Boss flippt sonst aus.“
„Jaja.“ Ein letzter Tritt und der Pirat packte ihn an den Haaren. „Das hast du jetzt davon, dass du dich mit Piraten anlegst, du Abschaum.“ Er stieß Mariku von sich und dieser prallte gegen die Wand. Mariku schloss die Augen und blieb einfach liegen. Er hatte nicht geahnt, dass seine kleine Provokation solche Folgen haben würde. Er presste sein Gesicht gegen den kalten Stein und seufzte. Aber was hatte er bei seinem Glück schon erwartet? Er konnte froh sein, wenn nichts gebrochen war. Es piepste, als die Piraten seine Zelle wieder verschlossen.


Malik horchte auf, als er Stimmen hörte.
„Dem Bastard hab ich’s gezeigt.“ Lachen. „Der legt sich nicht mehr mit mir an, wertloser Mensch.“
Malik machte sich nicht die Mühe sich zu verstecken. Er hielt sich nur außerhalb des Lichtscheins und wartete ab, bis die beiden Piraten nah genug waren.
Bevor sie überhaupt wussten was vor sich ging, hatte Malik dem ersten schon das Genick gebrochen. Der zweite hatte zwar noch Gelegenheit seine Waffe auf Malik zu richten, jedoch keine mehr um abzudrücken.
Malik durchsuchte ihre Taschen bis er zwei Schlüsselkarten fand und eine der Zellen aufschloss. Sie war leer und Malik versteckte die Leichname darin. Er schob die Schlüsselkarten ein und bewegte sich lautlos durch den Zellenblock.
Selbst wenn er gewollt hätte, könnte er nicht jeden von Ryous Crew befreien. Er hatte nur wenig Zeit und irgendwann würde man die Leichen finden und das würde das ganze Schiff alarmieren. Er betrachtete die Wärmespuren, die sich vor ihm erstrecken. Jede führte in eine unterschiedliche Richtung. Er wandte sich in die Richtung in die Mariku gebracht wurde, doch zögerte. Wenn er nur Mariku befreien würde, dann würde dieser ihm nur Vorwürfe machen und ihn nerven. Malik ballte seine Hände zu Fäusten. Warum kümmerte es ihn überhaupt, was mit ihm passierte?
Wütend drehte Malik sich wieder um. Er konnte nicht alle retten, aber keiner von ihnen würde zulassen, dass er einen anderen zurückließ. Zumindest, wenn diese noch lebten. Ein Grinsen legte sich auf Maliks Lippen. Er konnte niemanden retten, der tot war und er würde zuerst die größte Bedrohung ausschaltet. Der Einzige, der wirklich im Stande wäre, den Abzug zu drücken.

Aufgrund von Hondas hoher Körpertemperatur war seine Spur die Deutlichste von allen. Sie würde selbst in ein paar Tagen noch sichtbar sein, während die anderen schon längst verblasst waren.
Malik zog die Schlüsselkarte durch den Scanner und Honda sah auf, als Malik die Zelle betrat.
„Du“, murrte er. Er kniete auf dem Boden, Hände und Füße hinter seinem Körper. Malik sah die Ketten, die ihn an die Wand fesselten. „Was willst du?“
„Oh, willst du etwa nicht gerettet werden?“
„Nicht von dir!“
„Keine Sorge“, Malik spannte seinen Arm an und Gift tropfte von seinen Krallen, „das hab ich auch gar nicht vor.“ Doch bevor Malik Hand an ihn legen konnte, packte Honda ihn plötzlich am Hals und drückte ihn gegen die Wand. Malik japste überrascht nach Luft. Honda hatte das Metall seiner Ketten schmelzen lassen und war schon die ganze Zeit frei gewesen. Er hatte jedoch nicht gedacht, dass es Malik wäre, der in seiner Zelle auftauchen würde.
Malik schlug mit seinen Krallen nach ihm, doch Hondas Haut war zu hart für sie.
„Ich lass nicht zu, dass du hier nochmal lebend rauskommst.“
Malik wimmerte, als die Haut an seinem Hals verbrannte. Seine Schuppen leiteten die Hitze durch seinen ganzen Körper. Malik biss die Zähne zusammen. Er hatte nur eine Chance. Maliks Arm schoss nach vorne und er jagte seine Krallen in Hondas Augen, der einzige weiche Punkt am Körper eines Basani. Honda ließ ihn sofort los und stolperte zurück. Er presste sich die Hände aufs Gesicht, doch es war längst zu spät. Maliks Gift war in seinem Kreislauf.

Schwer atmend lehnte sich Malik gegen die Wand und fasste sich an den Hals. Sofort zog er die Hand wieder zurück. Blut klebte an seinen Fingern. Er hatte gelernt Schmerzen zu unterdrücken, doch im Moment fiel es ihm schwer sich auf den Beinen zu halten. Er schloss die Augen und nahm einige tiefe Atemzüge. Das Brennen zog sich durch seinen gesamten Körper und er spürte, wie das Blut über seinen Hals nach unten rann.
Er schob seine Finger in den Riss des Shirts und zog daran. Er riss den unteren Teil davon ab und wickelte ihn sich um den Hals. Malik sah auf den am Boden liegenden Honda und fauchte. Er hatte gleich gewusst, dass er ihm gefährlich werden konnte. Zumindest war er dieses Problem ein für alle Mal los. Er würde den Vida und die Seiren ebenfalls aus dem Weg räumen. Malik verließ die Zelle. Was hielt ihn davon ab, sie alle zu töten? Unruhig leckte er sich über die Lippen.
Ein Schrei zog Maliks Aufmerksamkeit auf sich. Es war Ryou.


„Finger weg“, brüllte Ryou und drückte sich gegen die Wand. Er wand sich in seinen Fesseln und versuchte den Berührungen des Piraten zu entgehen.
„Du wirst mich reich machen“, flüsterte der Pirat und strich Ryou über die Wange. „Dann bin ich mein eigener Boss.“ Er lachte. „Und keiner gibt mir mehr Befehle.“ Er strich an Ryous Federn entlang und Ryou begann unkontrolliert zu zittern. Es gab nichts, dass er mehr fürchtete, als seine Federn zu verlieren. Er hatte gesehen, was es mit seinen Leuten anrichtete. Er wollte lieber sterben, als zu einer leeren Hülle zu werden; nicht mehr fähig zusammenhängend zu sprechend, ohne zu wissen, wer er war. Allein der Gedanke war ein Albtraum für ihn.
„Nicht“, flüsterte Ryou heiser. Er schrie, als der Pirat seine Federn grob packte, doch er riss sie ihm nicht aus. Der Pirat lachte und schien es zu genießen Ryou zu quälen. Er strich erneut an den Federn entlang und Ryou schloss die Augen.
Er atmete schwer und sein Körper fühlte sich wie taub an. Würde er stehen, hätten seine Beine nachgegeben. Wieder spürte er die langen Finger an seinen Federn. Ryou hielt den Atem an und wartete auf den Schmerz.

Doch der kam nicht. Etwas spritzte ihm ins Gesicht und er hörte ein röchelndes Geräusch. Seine Federn wurden losgelassen und Ryou öffnete vorsichtig die Augen. Blut tropfte ihm auf die Lippen.
Der Pirat hatte den Mund aufgerissen und starrte röchelnd nach unten. Aus seiner Brust ragte ein Arm und der Pirat ging in die Knie, als der Arm aus ihm herausgezogen wurde. Malik schubste ihn zur Seite und sah auf Ryou hinunter. Tränen standen Ryou in den Augen und seine Unterlippe bebte. Malik hatte diesen Anblick schon oft gesehen. Er genoss ihn normalerweise, doch nicht jetzt. Es war etwas anderes, das er fühlte, aber er konnte dem keinen Namen geben und er mochte es auch nicht. Er war eine Schande für seine ganze Rasse.
„Alles in Ordnung?“
Ryou nickte langsam. Er konnte nicht fassen, dass Malik ihn gerettet hatte; dass Malik überhaupt noch da war um sie zu rauszuholen.
Malik öffnete die Ketten. „Warte hier, rühr dich nicht vom Fleck“, wies er Ryou an. „Ich hol dich, wenn’s so weit ist.“
Ryou nickte erneut und als Malik gegangen war berührte er seine Federn. Er weinte vor Erleichterung. Wer hätte gedacht, dass es ein Notechis wäre, der ihm das Schlimmste aller Schicksale ersparte?

Malik beeilte sich um zu Mariku zu kommen. Er rechnete nicht damit, dass sie noch viel Zeit hatten. Es würde ihn wundern, wenn inzwischen noch niemand die Leichen entdeckt hätte.
Mariku sah auf, als Malik seine Zelle betrat. „Du kommst spät“, sagte er mit einem Grinsen.
„Und du siehst scheiße aus“, erwiderte Malik. Er umfasste Marikus Gesicht mit seinen Händen. „Ist es schlimm?“
„Machst du dir Sorgen um mich?“
Mit einem genervten Seufzen ließ Malik Mariku los und öffnete seine Ketten. „Scheint dir ja gut zu gehen.“
„Hab schon Schlimmeres erlebt, aber immerhin hat’s was gebracht und du hast mich gefunden.“
„Ich hätte dich auch so gefunden.“
„Das ist das Romantischste, was du je gesagt hast.“
Malik verdrehte die Augen. „Kannst du laufen?“
Mariku stützte sich an der Wand ab, als er aufstand. „Au.“ Er drückte seine Hand in seine Seite. „Dieser Bastard hat ganz schön fest zugetreten.“ Mariku ließ die Wand los und ging einige vorsichtige Schritte. „Sollte gehen.“
Malik nickte kurz und wandte sich zum Gehen, doch Mariku hielt ihn auf.
„Was ist mit deinem Hals?“
Malik berührte den Stoff, den er darum gewickelt hatte. Er war feucht vom Blut. „Es ist nichts. Komm jetzt endlich.“

Zusammen gingen sie zu Ryous Zelle. „Wir haben nicht mehr viel Zeit“, erklärte Malik und sah in die Richtung in der die Tür lag.
„Was ist mit den anderen?“
„Dafür haben wir keine Zeit“, wiederholte Malik.
„Ich lass sie nicht zurück und Bakura ist auch irgendwo im Schiff.“
Malik verdrehte die Augen. Hatte er es nicht gesagt? Bevor er jedoch antworten konnte, hörten sie Stimmen.

„Warum müssen wir jetzt überhaupt nachgucken? Die sind eingesperrt, die haben bestimmt niemanden abgemurkst.“
„Ja, aber die zwei Vollidioten melden sich auch nicht. Der Kapitän ist voll pissig und ich hab keinen Bock, dass der das an mir auslässt.“

„Wir müssen gehen. Sofort“, flüsterte Malik.
„Nicht ohne die anderen“, erwiderte Ryou.
Bevor Malik jedoch eine bissige Bemerkung machen konnte, mischte sich Mariku ein: „Wie wär’s wenn ich Ryous Leute raushole und ihr sucht Bakura?“
Ryou stimmte sofort zu, während Malik noch zögerte. Ihm gefiel Marikus Vorschlag ganz und gar nicht. Letztendlich hatte er jedoch keine Wahl und reichte Mariku widerwillig die Schlüsselkarte.
„Wir treffen uns in der großen Halle mit den Schiffen. Da steht eine alte Azur G40, haltet euch in der Nähe auf.“ Er leckte sich unruhig über die Lippen. „Findest du den Weg zurück?“
„Kein Problem, hab ja genug Spuren hinterlassen.“ Mariku grinste und rubbelte sich mit dem Ärmel über das Gesicht um das Blut loszuwerden. Seine rechte Gesichtshälfte fühlte sich leicht geschwollen an.

„Hey!“ Die beiden Piraten hatten sie erreicht und Malik zögerte keinen Augenblick. Er war schon auf ihre Ankunft vorbereitet gewesen. Er trat einem das Gewehr aus der Hand und bohrte dem anderen seine Krallen unter dem Kinn in den Kopf.
Bevor er sich jedoch dem anderen Piraten zuwenden konnte, ertönte ein Schuss und der Pirat fiel tot zu Boden. Malik sah überrascht auf. Mariku hatte sich das fallengelassene Gewehr geschnappt und den Piraten ausgeschaltet.
„Nimm das zweite Gewehr auch.“ Er nickte in dessen Richtung. „Versucht Ärger aus dem Weg zu gehen und euch nicht umbringen zu lassen.“ Malik richtete seinen Blick auf Ryou. „Komm jetzt.“

Bakuras Spur zu folgen war schwieriger für Malik, denn sein Körper strahlte mehr Kälte als Wärme ab und seine Spur war nur noch schwach auszumachen. Malik musste öfter stehen bleiben und sich konzentrieren. Er kniff die Augen zusammen.
„Weißt du, wo wir hinmüssen?“, fragte Ryou leise und Malik fauchte ihn als Antwort nur an.
Malik verschwendete keine Zeit mehr vorsichtig zu sein und räumte jeden Piraten aus dem Weg, der ihnen begegnete. Sie hatten Glück, dass sie keiner Gruppe begegneten, sondern immer nur einem, manchmal auch zwei, und viele von ihnen betrunken. Malik hinterließ eine Leichenspur auf dem Piratenschiff.
„Warte hier.“ Malik streckte den Arm aus, damit Ryou stehen blieb. Sie waren nah an Bakura dran. Die Spur war hier noch deutlicher zu sehen. „Ich geh alleine vor.“
Ryou widersprach nicht. Er hatte den ganzen Weg beobachtet, wie Malik getötet hatte. Schnell und ohne Zögern. Irgendwie bewunderte er ihn und fürchtete ihn nur noch mehr. Es war ein mehr als seltsames Gefühl plötzlich auf der Seite eines Notechis zu stehen. Ryou berührte seine Federn. Er hatte ihn sogar gerettet. Malik rettete sie gerade alle. Ryou sah ihm hinterher. Das war die verrückteste Reise, die er je hatte.

Malik taumelte zurück, als ein Schuss seine Schulter traf. Es war nur ein Streifschuss und Malik hatte keine Zeit sich Gedanken darüber zu machen. Der nächste Schuss ging über seinen Kopf hinweg. Er kratzte dem Piraten durchs Gesicht und erst als dieser zuckend zu Boden ging, fasste sich Malik an die Schulter. Missbilligend sah er auf das Blut an seiner Hand. Er nahm dem Piraten die Schlüsselkarte ab und suchte nach Bakura.
Zwei Piraten saßen bei seiner Zelle, doch die hatten sich mit Alkohol selbst ausgeschaltet. Malik ging kein Risiko ein. Sie wachten auf, als er ihnen sein Gift injizierte, doch da war es schon zu spät. Maliks Hand ruhte auf seiner verletzten Schulter als er die Zelle öffnete.
"Ryou!", rief er und Ryou zuckte zusammen als sein Name durch den Flur hallte. Es war ein seltsamer Klang aus Maliks Mund.

"Lebt er noch?" Ryou traute sich nicht näher an Bakura ranzugehen. Sein Zustand war noch schlechter als auf Abulu.
"Ja, du musst ihn tragen." Malik fasste seine Schulter fester. "Und beeil dich verdammt noch mal."
Ryou tätschelte Bakura die Wange und war erleichtert, als dieser sich rührte. Er hob ihn hoch und legte ihn sich über die Schulter. Maliks Verletzung jedoch beunruhigte ihn. Würde sie ihn einschränken?
Ein Alarmsignal ließ sie beide zusammenzucken. Malik fauchte. Eilig machten sie sich auf den Weg zurück in die Raumschiffhalle. Die Wunde ließ Maliks Bewegungen langsamer sein, doch er gehörte nicht umsonst zu einer Rasse mit den besten Kämpfern. Noch immer war Malik den Piraten überlegen, doch er musste weitaus mehr Treffer einstecken. Viele waren jedoch auch überrascht einen Notechis zu sehen, was Malik einen weiteren Vorteil verschaffte.
Malik streckte den Arm aus um Ryou zum Halten zu bringen. Malik spähte um die Ecke. Der Gang war voller Piraten, die ihnen den Weg versperrten.
"Ich lenk sie ab. Sobald der Weg frei ist, rennst du los. Die Halle ist weiter geradeaus, verstanden?"
Ryou nickte nur. Wäre er mit jemand anderem zusammen, hätte er vielleicht widersprochen und selbst angeboten die Piraten abzulenken oder hätte einfach nur viel Erfolg gewünscht, doch bei Malik war es anders. Ryou wusste nicht, ob er wollte, dass Malik lebend aus der Sache rauskam.

Die Piraten unterhielten sich lautstark und die meisten schienen nicht zu wissen, was überhaupt vor sich ging. Niemand bemerkte Malik, der an der Decke über sie hinweg krabbelte.
„Hey!“ Malik ließ sich auf den Boden fallen. „Sucht ihr mich?“ Maliks Auftauchen versetzte die Piraten in noch mehr Aufregung. Befehle wurden durcheinander gebrüllt und auf Malik geschossen. Ohne Rücksicht auf Verluste, was dazu führte, dass sie teilweise ihre Kameraden erschossen, was zu noch mehr Chaos führte. Malik begann zu laufen und die Piraten verfolgten ihn. Erst, als sie nicht mehr zu hören waren, trat Ryou in den Flur. Bakuras Gewicht fing an seine Schulter zu belasten, er hatte jedoch keine Zeit die Seite zu wechseln.

Ryou war außer Atem als er die anderen erreichte und ließ erst mal Bakura zu Boden gleiten, als er merkte, dass ihm hier vorerst keine Gefahr drohte.
„Wo ist Honda?“, fragte er, nachdem ihm sein Fehlen aufgefallen war.
Mariku strich sich durch den Nacken und sah Anzu und Jonouchi an. Beide hatten den Blick gesenkt und Jonouchi scharrte mit seinen Hufen über den Boden. „Er ist tot.“
„Was?“ Ryou trat einen Schritt auf Mariku zu und trat dabei Bakura auf die Hand.
Bakura schreckte hoch. „Au!“ Doch niemand achtete auf ihn.
„Sag das noch mal.“
„Er lag tot in seiner Zelle.“ Mariku strich sich über den Unterarm. „Jemand hat ihm die Augen ausgestochen.“
Ryou packte Mariku am Kragen. „Nein!“ Mariku senkte den Blick, während Ryou ihn schüttelte. „Nein!“

„Was steht ihr da rum?“, fauchte Malik. Er packte Bakura am Arm und zerrte ihn auf die Beine. Maliks Bein blutete und man sah deutlich die Anstrengung in seinem Gesicht. „Rein ins Schiff.“ Schüsse trafen die Außenhülle und Mariku duckte sich instinktiv. Ryou ließ ihn los.
„Was ist mit meinem Schiff?“
„Vergiss dein Schiff.“
Ryou blickte zu Amane. „Ich kann nicht!“
Malik stieß genervt Luft aus. „Du musst!“
Ryou presste die Lippen aufeinander. Es zerriss ihm das Herz, dass er Amane zurücklassen musste. Nur schwerlich konnte er den Blick abwenden.

Malik ließ sich auf den Pilotensitz sinken und startete das Raumschiff. „Was steht ihr da rum? Ich brauch einen Co-Piloten!“ Es war Anzu, die sich nach kurzem Zögern auf den Sitz neben ihn setzte. „Kontrollier die Instrumente.“
Ryou war immer noch aufgebracht wegen Hondas Tod. Er hatte einen Verdacht und er konnte sich nicht beruhigen, bevor er nicht Gewissheit hatte. „Hast du ihn umgebracht?“ Er packte Malik an der Schulter. „Hast du?“
„Dafür ist jetzt keine Zeit“, fuhr Malik ihn an und schlug seine Hand beiseite.
Doch Ryou ließ nicht locker. Er riss den Stoff von Maliks Hals. Verbrannte Haut kam darunter zum Vorschein. Malik riss den Mund auf und zeigte seine Zähne. Gift tropfte von den Eckzähnen.
„Ich wusste es!“, schrie Ryou. Er hätte Malik nie vertrauen dürfen. „Du Monster!“ Malik stieß Ryou von sich, sodass dieser zurückgeschleudert wurde und gegen Bakura prallte. Sie gingen beide zu Boden.
Anzu zitterte am ganzen Körper und war nicht mehr in der Lage die Bedienung des Schiffs zu übernehmen. Malik stieß einen langen Zischlaut aus, dann packte er Anzu am Arm und zog sie aus dem Stuhl.
„Mariku“, fauchte er und sah zu ihm auf. „Weißt du, wie man ein Schiff bedient?“
„Theoretisch, ich hab das bisher nur in Simulationen geübt.“
„Das muss reichen. Hinsetzen!“
Bevor Mariku sich jedoch richtig hinsetzen konnte, beschleunigte Malik das Schiff und Mariku musste sich an der Rückenlehne festhalten um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Schwerfällig ließ er sich auf den Sitz fallen und befolgte die Anweisungen, die Malik ihm gab.

„Haltet sie auf!“, brüllte Seto und eine blaue Flamme schoss aus seinem Mund. „Ich will diesen Notechis!“ Als man ihm gesagt hatte, dass es ein Notechis war, der Unruhe stiftete, hatte er seinen Ohren nicht trauen können. Selbst als er ihn gesehen hatte, konnte er es immer noch nicht fassen. Er hatte in den letzten 150 Jahren keinen Notechis mehr gesehen. Er wäre unbezahlbar.
„Wir können sie nicht aufhalten, Kapitän.“
Seto schlug mit der Faust auf den Tisch. Dieser zerbrach unter der Wucht. „Dann schießt sie vom Himmel!“ Lieber sah er sie alle tot, als dass sie ihm entkamen. Sein Ruf wäre ruiniert, wenn sich das herumspräche. Ryou würde ihm nicht schon wieder auf der Nase herumtanzen.

Eins der geparkten Raumschiffe explodierte neben ihnen und drohte die Azur G40 zur Seite zu schieben. Mit zusammengebissenen Zähnen steuerte Malik dagegen.
„Mariku!“, presste er hervor. „Mehr Beschleunigung.“
Mariku schob den Hebel nach vorne und das Raumschiff schoss nach vorne. Eine erneute Explosion hob das Heck an und sorgte fast dafür, dass sie sich überschlugen. Mariku krallte sich in die Armlehne.
„Verdammt, verdammt, verdammt“, fluchte Malik und starrte verbissen nach vorne. Das Tor, das nach draußen führte, begann sich zu schließen. Mariku betete zu allen Göttern, die er kannte. Ob alt, ob neu, im Moment war ihm das egal. Er umklammerte den Beschleunigungshebel als könnte er damit dafür sorgen, dass sie noch schneller wurden.
Mariku kniff die Augen zusammen. Ihm war schlecht vor Aufregung und dass das Schiff durchgeschüttelt wurde, machte es nicht besser.
Eine Erschütterung ging durch das Schiff, als sie in letzter Sekunde durch die Schleuse flogen. Ein Stück am Heck des Schiffes wurde abgerissen und sie überschlugen sich. Maliks Hände flogen regelrecht über die Steuerungskonsole und sorgten dafür, dass sich das Raumschiff wieder richtig drehte.
Mariku öffnete vorsichtig die Augen. Vor ihnen erstreckte sich das Weltall, doch noch waren sie nicht in Sicherheit. Es wurde immer noch auf sie geschossen.
Mariku wurde fast aus seinem Sitz gerissen, als die Azur G40 erneut getroffen wurde. Die Elektronik flackerte und fiel anschließend aus. Malik stieß einen wütenden Schrei aus. Er hämmerte auf die Knöpfe, doch es brachte nichts.
„Egal. Wir müssen springen.“
„Das ist Wahnsinn!“, schrie Anzu.
„Hierzubleiben auch“, erwiderte Malik scharf. „Mariku, Hyperraumantrieb.“ Mariku zögerte nicht. Wenn sie blind sprangen, dann gab es keine Gewissheit wo sie landen würden. Sie könnten direkt in eine Sonne springen, doch wenn sie es nicht wagten, dann würden sie ganz sicher sterben.

Der Sprung mit einem beschädigten Schiff gehörte nicht unbedingt zu den angenehmsten Dingen. Das ganze Schiff vibrierte und Mariku fühlte sich wie in einer Achterbahn.

Das Erste, was sie sahen, als sie aus dem Hyperraum kamen, war die Außenhülle eines anderen Schiffes. Malik drehte die Steuerung so heftig herum, dass ein Teil davon abbrach. Sie schrammten an dem anderen Raumschiff entlang und kamen schließlich zum Stehen.
Mariku atmete erleichtert aus. Schweiß rann ihm über die Stirn und sein Herz raste. Er lehnte sich zurück, doch er war der einzige, der erleichtert zu sein schien.
„Nein“, flüsterte Ryou und sank auf die Knie. „Nein.“ Er drückte sich die Hände gegen den Kopf und schüttelte ihn heftig. „Nein, nein.“ Seine Augen waren panisch aufgerissen. Bakura legte ihm die Hand auf den Rücken und strich sanft darüber. Sein Blick war nach draußen gerichtet. Jonouchi und Anzu saßen auf dem Boden und starrten ebenfalls nach draußen.
Mariku hob den Blick. Die Außenhülle zierte eine Art Wappen, doch Mariku hatte es noch nie zuvor gesehen. Es war ein aufgerissenes Maul voll spitzer Zähne und ein Auge in der Mitte.
„Was ist los?“, fragte er und sah vor allen Dingen Malik an. Auch Malik starrte nach draußen. Er hatte sich die Unterlippe blutig gebissen.
Malik schloss die Augen um den Anblick des Wappens nicht mehr ertragen zu müssen. Er wäre lieber zu seiner Hinrichtung gegangen.

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