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Schnell rannte Bakura den langen Gang entlang. Nirgends war ein Fenster oder eine Tür. Grelles Licht wurde von den Deckenstrahlern auf ihn geworfen und der Flur schien kein Ende zu nehmen. Trotzdem rannte er, so schnell ihn seine kleinen Beine trugen. Er durfte nicht aufhören zu laufen. Niemals!
Das Lachen seines Peinigers hallte in den Gängen wider. Er schien überall zu sein. „Nein, nein“, keuchte Bakura panisch und rannte um sein Leben. Er spürte SEINEN Blick in seinem Nacken. Der Junge schauderte. „Lass mich in Ruhe“, schrie er. „Lass mich frei!“ Tränen trübten sein Blickfeld. Seine Brust stach vor Schmerz.

„Bakura.“ Eine sanfte Stimme ließ ihn innehalten. Keuchend sah er sich um. Der Flur hatte sich aufgelöst und er stand an einer Klippe. Ryou stand vor ihm und lächelte ihn an.
Er war erleichtert ihn zu sehen. „Es geht dir gut“, sagte er glücklich und streckte seine Hand nach Ryou aus. Dessen Gesicht verzerrte sich vor Wut. Er begann zu schreien, doch Bakura konnte die Worte nicht verstehen. „Es tut mir leid, es tut mir leid“, flüsterte er, doch Ryou schrie weiter. Dabei ging er rückwärts, immer weiter auf den Rand der Klippe zu. Bakura wollte zu ihm laufen, doch er konnte sich nicht bewegen.
Das Schreien erstarb und Ryou sah Bakura traurig an. „Ich kann nicht ewig auf dich warten.“
„RYOU!“ Und Ryou fiel.
Jemand schlang seine Arme um Bakura. ER! Es war ER! Bakura spürte SEINEN Atem in seinem Nacken. SEINE Hände strichen gierig über Bakuras Körper, dieser wollte ihn wegstoßen, doch er war zu schwach. Er war doch nur ein kleines Kind. Leises Lachen drang an seine Ohren und Bakura begann zu zittern. Tränen liefen über seine Wangen.
„Nicht weinen!“, sagte SEINE kalte Stimme. Schmerz jagte durch Bakuras Körper. Er schrie Ryous Namen aus vollen Lungen, doch Ryou war weg und es gab niemanden mehr, der ihm helfen konnte. Er war allein. Bakura fand sich in seinem kleinen Kämmerchen wieder. Der Schmerz war unerträglich, doch er weinte nicht mehr. Nicht weinen, er durfte nicht weinen. Niemand würde kommen und ihn retten.


Schreiend erwachte Bakura aus dem Schlaf und schlug um sich. Nur langsam realisierte er, dass alles nur ein Traum gewesen war. Er atmete tief durch und sah sich um. Er war wieder im Internat und bald schon waren die Ferien vorüber. Er wollte lieber bei Ryou sein, doch Herr Minamoto hatte ihn einfach wieder zurückgebracht. Es war falsch, dass er hier war und doch konnte er nichts dagegen tun. Mariku konnte ihm keinen Trost spenden und Malik war weg. Nach Hause gefahren, wie Mariku ihm erzählt hatte. Es kam ihm alles so unwirklich vor. Bakura ließ sich zurück auf die Matratze sinken. Wieso lief alles in seinem Leben nur so verkehrt?


Ungeduldig trommelte Mariku auf den Tisch und sah immer wieder zur Uhr. „Hör auf, du machst mich nervös“, fuhr Bakura ihn an. Seit er zurück war, war er gereizt. Er konnte nicht akzeptieren, dass er im Internat bleiben musste und nicht zu Ryou konnte. Zumindest hatte sein Schockzustand inzwischen nachgelassen und er war wieder normal ansprechbar.
„Sorry“, nuschelte Mariku und verschränkte die Arme vor der Brust. Stattdessen fing er damit an mit dem Fuß zu wippen.
„Er kommt sicher bald.“ Es war schon das fünfte Mal, dass Bakura das sagte. Selbst ihn machte es unruhig, das Malik noch nicht wieder da war. Es dämmerte schon und am nächsten Tag würde der Unterricht wieder anfangen.


Je mehr Treppenstufen er hinter sich ließ, desto nervöser wurde Malik. Er freute sich darauf Mariku wieder zu sehen und verfluchte sich gleichzeitig dafür. Seit er das erste Mal einen Schritt über die Schwelle dieses Internats getan hatte, war sein Leben ein einziges Chaos. Am liebsten wäre er gar nicht aus dem Auto ausgestiegen.
Als er die Zimmertür öffnete, war er überrascht Bakura zu sehen, doch es war Mariku, auf den sofort sein Blick fiel. Das Herz schlug ihm bis zum Hals. „Bin wieder da“, erklärte Malik das Offensichtliche und legte seine Tasche auf seinem Bett ab. „Wie geht’s Ryou?“
„Unverändert“, antwortete Bakura traurig. „Er wacht einfach nicht auf.“
„Zumindest geht’s dir wieder etwas besser.“
„Ja.“ Bakura lächelte schwach. „Wie war’s zuhause?“
Malik zuckte mit den Schultern. „Ganz angenehm. Hab wieder ein paar alte Schulkameraden und Freunde getroffen, war ganz nett.“ Er warf Mariku einen kurzen Seitenblick zu. „Hab ich sonst irgendetwas verpasst?“
„Nein.“ Diesmal war es Mariku, der antwortete. „Nichts passiert während du weg warst.“ Er hatte nicht einmal seinen Blick von ihm abgewandt. „Schön, dass du wieder da bist.“
„Ja, oder dachtest du, ich bleib zuhause?“ Er grinste Mariku an und versuchte damit seine Nervosität zu überspielen.
„Bei dir weiß man das nicht so genau.“ Sie lachten beide.
Bakura sah von einem zum anderen und zog die Stirn kraus. „Wieso hab ich das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben?“


Bakuras Aufmerksamkeit galt weder dem Lehrer, noch dem Ahornbaum vor dem Fenster, den er schon die ganze Zeit anstarrte. Wie sooft dachte er nur an Ryou. Der Unterricht hatte vor einer Woche wieder angefangen und noch immer war Ryous Zustand unverändert. Er konnte ihn noch nicht einmal jeden Tag besuchen, da ihn der Schulstoff zu sehr einspannte und der Direktor hatte ebenfalls ein Auge auf ihn. Herr Minamoto hatte gesagt, dass Bakura ein wenig Abstand bräuchte um auf andere Gedanken zu kommen, doch er lag falsch. Alles was Bakura brauchte war Ryou. Trotzdem konnte er zumindest am Wochenende ins Krankenhaus fahren, dort saß er dann stundenlang neben Ryous Bett und hielt dessen Hand. Er sprach mit ihm und erzählte vom Schulalltag.

Natürlich war es nicht unbemerkt geblieben, dass Ryou fehlte und Ryous Unfall hatte sich schnell herumgesprochen, auch wenn niemand die genauen Umstände kannte. Bakura hatte es noch nicht einmal geschafft Mariku alles zu erzählen. Es nervte ihn, wenn er gefragt wurde, was passiert war und er wurde schnell wütend und aggressiv. Inzwischen hatten sich seine Klassenkameraden ihre eigenen Versionen ausgedacht und eine war schlimmer als die andere. Es machte Bakura krank seinen Mitschülern zuzuhören, weshalb er sich immer sofort zurückzog, sobald er konnte. Die einzige Gesellschaft, die er ertrug waren Mariku und Malik. Auch wenn sich die beiden irgendwie seltsam benahmen. Bakura merkte es an der Art, wie sie miteinander umgingen, irgendwie peinlich berührt. Bakura hatte bisher aber auch noch nicht weiter nachgefragt, denn Ryou war wichtiger.

Bakura war froh, als endlich die Stunde beendet wurde. Er hatte sowieso wieder nichts mitbekommen. Ryou hätte sich sicher wieder mehrmals gemeldet. Er hatte sich scheinbar immer für den Unterrichtsstoff interessiert. Jemand rief nach ihm, doch Bakura ging einfach weiter. Da es nicht Mariku oder Malik waren hatte er keinen Grund sich umzudrehen.
„Bakura, warte doch mal bitte.“ Jemand berührte ihn am Arm und Bakura schlug zu bevor er überhaupt darüber nachgedacht hatte. Er war wütend, verdammt wütend sogar, und er hatte die ganzen Heuchler satt. Sie hatten sich doch sonst auch nie für Ryou interessiert. Er schlug noch einmal zu. Auch, wenn er selbst nicht besser war. Er hatte ihm doch auch nur Ärger gemacht. Er trat auf den am Boden liegenden Jungen. Und jetzt hatte er ihn sogar fast umgebracht. Er selbst war doch der größte Heuchler von allen.

Jemand legte ihm den Arm um den Hals und zog ihn zurück. „Reiß dich zusammen!“ Es war Marikus Stimme und Malik tauchte kurz darauf auf und stellte sich zwischen ihn und sein „Opfer“. Bakura ließ die Arme schlaff nach unten hängen und Mariku ließ ihn los, nur um ihn kurz darauf energisch am Arm zu packen und nach draußen zu ziehen. „Das macht’s nicht besser.“
„Ich weiß“, fauchte Bakura seinen Freund an. „Ich weiß.“ Er vergrub sein Gesicht in den Händen und atmete einige Male tief durch. „Ich halt das einfach nicht mehr aus.“
„Ich kann mir vorstellen, dass es schwer für dich ist, aber Ryou wird sicher bald aufwachen und dann redet ihr noch mal in Ruhe.“ Mariku strich ihm über den Rücken, während er sprach. „Es wird alles gut.“ Doch Bakura ging von ihm weg.
„Ich kann’s nicht mehr hören“, murrte er. „Alles wird gut, sagt immer jeder, aber es ändert sich NICHTS! Es ist meine Schuld was mit Ryou passiert ist. MEINE! Er wollte nur mit mir reden, aber ich hab den Streit angefangen und ich hab ihn auch gestoßen. Es ist meine Schuld.“
„Es ist nicht…“, fing Mariku an, doch Bakura unterbrach ihn.
„Doch ist es. Hätte ich mich Ryou von Anfang an vernünftig behandelt, dann wäre das alles nicht passiert.“
Mariku öffnete wieder den Mund um etwas zu sagen, doch Malik war schneller: „Das stimmt.“ Überrascht sah Mariku ihn an und auch Bakura war verblüfft darüber, dass ihm jemand zustimmte. „Ich kenn Ryou noch nicht lange, aber ich bin mir sicher, dass er früher noch nicht so verbittert war.“ Bakura sah zu Boden. Malik hatte Recht. Ryou war früher zurückhaltender gewesen, ein lieber Junge, deshalb hatte er ein leichtes Opfer für Mariku und ihn abgegeben, doch mit der Zeit war er härter geworden und nie um einen Spruch verlegen. „Es ist schon scheiße genug, wenn die Person, die man sehr gerne hat einen nicht sonderlich mag, aber wenn die Person einen dann auch noch fickt und anschließend wie Luft behandelt, dann ist das richtig beschissen. Du solltest dich echt schämen!“
„Malik, bitte“, presste Mariku zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Sei still.“
„Nein“, widersprach Malik. „Das gehört ihm einfach mal gesagt. Und du bist sowieso auch nicht besser, also lass mich in Ruhe oder du kriegst auch noch was ab.“ Er sah wieder zu Bakura. „Ich glaube fest daran, dass Ryou aufwachen wird, denn er ist stark. Er hat jahrelang euer Mobbing durchgestanden, da haut ihn so ein Fenstersturz nicht aus den Latschen. Und sobald er aufwacht“, er tippte Bakura energisch gegen die Brust, „will ich dich auf den Knien um Vergebung betteln sehen.“ Malik verschränkte die Arme vor der Brust und es kehrte Stille ein.

„Danke Malik“, sagte Bakura und Mariku sah nur erstaunt zwischen ihm und Malik hin und her. „Genau das hab ich gebraucht.“ Bakura ballte die Hände zu Fäusten und sah nach oben. „Ich weiß nicht, ob ich je wieder gutmachen kann was ich getan habe, aber ich werd nichts unversucht lassen.“
„Richtig so!“ Malik nickte zustimmend und sah dann zu Mariku.
„Ich bin beeindruckt“, sagte er kaum hörbar. Malik zuckte nur grinsend mit den Schultern.


„Was hättest du denn zu mir gesagt?“, wollte Mariku wissen, als er sich mit Malik allein auf den Rückweg machte. Bakura wollte noch etwas für sich alleine sein.
„Es hätte was mit Alkohol zu tun gehabt“, antwortete Malik schmunzelnd.
„Hey, wie lange willst du mir das noch vorwerfen?“
„Ewig.“
„Ich hab’s befürchtet“, seufzte Mariku. „Ich hab mich doch entschuldigt.“
„Mit einem ‚aber bereuen tu ich’s nicht‘-Unterton.“
„Aber“, Mariku drückte Malik gegen das Treppengeländer, „ich will dich nur daran erinnern, dass du mich geküsst hast.“ Malik sah zur Seite. Irgendwann musste ja dieses Thema aufkommen. Er konnte auch nicht widersprechen, es war nun mal passiert. „Was ist jetzt zwischen uns?“
„Nichts“, antwortete Malik leise.
„Das ist keine Antwort mit der ich mich zufrieden gebe.“
Malik seufzte. „Ich weiß es nicht, okay?“ Er schob Mariku von sich und ging weiter die Treppe nach oben. „Ich weiß es einfach nicht.“ Die Wahrheit war, dass er viel mehr Angst hatte. Er wollte sich nicht zu Mariku hingezogen fühlen. Er wollte nicht „unnormal“ sein. Das Kisara ihn nicht erregt hatte, belastete ihn mehr als er sich eingestehen wollte. Malik blieb stehen und warf einen Blick zurück. Mariku sah zu ihm hoch. Warum brachte Mariku ihn nur so durcheinander?


„Bakura, wenn du jetzt nicht gleich still hältst, dann hau ich dir eine rein“, murrte Mariku und rieb sich die Schläfen. Er hatte Kopfschmerzen, trotzdem war er mit Malik und Bakura auf den Weg ins Krankenhaus und Bakura konnte einfach nicht still sitzen.
„Ich hab ihn schon lange nicht mehr gesehen.“
„Drei Tage sind keine Ewigkeit.“
„Für mich schon.“
„Können wir die Plätze tauschen?“, fragte Mariku. Er saß zwischen Malik und Bakura ganz hinten im Bus.
„Nein“, antwortete Malik und wischte über die beschlagene Scheibe um nach draußen sehen zu können. Der Schnee fiel ruhig zur Erde und der Winter schien gar kein Ende nehmen zu wollen. Alles war mit einer weißen Schicht bedeckt. Er lehnte seinen Kopf gegen die kühle Scheibe und gähnte.

Mariku drängte sich in der Zwischenzeit an Bakura vorbei und ließ sich ein paar Plätze weiter vorne auf einen Sitz fallen. Es war keine so gute Idee gewesen, dass er mitgekommen war. Seine Laune war schlecht und die Kopfschmerzen sorgten nicht für Besserung. Malik machte ihm zu schaffen. Er wusste nicht, was er von all dem halten sollte. Er wusste nur, dass er mit Malik mehr als nur befreundet sein wollte. Er wollte ihn küssen, mit ihm zusammen sein, mit ihm schlafen und es machte ihn schon fast wahnsinnig, dass er es nicht konnte. Mariku bemerkte, wie seine Hand anfing zu zittern und ballte sie schnell zu einer Faust um es zu unterdrücken. Er hatte die Spielchen langsam echt satt.


Als sie im Krankenhaus angekommen waren, hielt sich Mariku zurück während Bakura regelrecht zum Bett stürmte. „Hallo Ryou, ich bin wieder da“, flüsterte er und strich ihm sanft über die Wange. Dann nahm er seine Hand und küsste sie. „Mariku und Malik sind auch da.“
Eine Schwester betrat das Zimmer. „Oh hallo Bakura, wusst ich’s doch, dass ich dich vorbeiflitzen hab sehen.“
„Ist irgendwas passiert?“, fragte Bakura sofort.
„Nein, es ist alles in Ordnung. Seine Werte steigen sogar. Der Doktor denkt, dass es nicht mehr lange dauern wird.“ Bakura atmete erleichtert aus. „Oh, wusstest du schon, dass man endlich Ryous Vater erreicht hat?“
„Was? Nein, das hat mir keiner gesagt!“
„Er kommt hierher soviel ich weiß, aber einer der Ärzte kann dir da sicher eine bessere Auskunft geben.“ Das ließ sich Bakura nicht zweimal sagen und eilte sofort los. Die Schwester sah ihm hinterher. „Der arme Junge. Er macht sich noch ganz kaputt.“
„Wir passen schon auf, dass das nicht passiert“, sagte Malik. Er stand neben dem Bett und traute sich nicht Ryou zu berühren.
„Ich bin froh, dass er so gute Freunde hat.“ Sie prüfte die Werte und den Injektionsbeutel, dann ging sie wieder.

Malik sah zu Mariku, doch der mied seinen Blick. Seit ihrem kurzen Gespräch auf der Treppe war Marikus Laune deutlich schlechter geworden. Malik seufzte. Ihm gefiel die ganze Sache ja auch nicht, aber er hatte keine Lösung. Am liebsten wollte er weglaufen, das hatte schon früher funktioniert. Seine Geschwister und er waren doch auch weggelaufen, indem sie ihre Heimat und den Schrecken dort hinter sich gelassen hatten. Ein kurzer Schauder durchlief ihn, als die Erinnerungen hochkamen, doch er wurde schnell wieder abgelenkt als Bakura zurückkam.
„Sein Vater wird übermorgen hier sein“, erklärte er atemlos und ließ sich auf den Stuhl neben dem Bett fallen. „Ist das nicht toll, Ryou? Dein Vater kommt bald.“ Er nahm wieder Ryous Hand und streichelte seine Finger. Er wünschte sich nichts sehnlicher, als das Ryou aufwachte, doch er hatte auch Angst davor. Ein Gespräch war dann unausweichlich. Außerdem konnte er Ryou nicht erneut abweisen. Damit würde er seine eigenen Gefühle verleugnen, doch die Angst saß so tief in seinen Knochen. Er würde Ryou alles erzählen müssen, damit er seine Situation verstand. Zusammen würden sie sicher eine Lösung finden. Bakura warf einen Blick über die Schulter. Notfalls war auch noch Mariku da, auch wenn ihm sein Verhalten in den letzten Tagen sehr beunruhigte. Seine Stimmungsschwankungen waren besorgniserregend. Bakura biss sich auf die Unterlippe. Er musste für Ryou da sein, auch wenn er im Moment nichts ausrichten konnte, aber auch ein Auge auf Mariku haben, damit er sich nicht zum nächsten Problemfall entwickelte. Auf Malik konnte er nicht vertrauen, immerhin war er der Auslöser und schien dazu selbst mit der Situation überfordert. Manchmal wünschte er sich die alte Zeit zurück, als es nur Mariku und ihn gab. Damals hatten sie zwar auch einen Haufen Probleme gehabt, doch sie konnten sich sicher sein, dass sie immer füreinander da waren. Jetzt kam es sogar zwischen Spannungen zwischen ihnen. Bakura hatte das ungute Gefühl, dass sich die ganze Geschichte gerade erst zuspitzte und Ryous Sturz erst der Anfang war. Diese Gedanken beunruhigten ihn noch mehr. Er drückte Ryous Hand. Konnten sie das alle durchstehen?


„Hey Bakura, wollen wir fahren?“, fragte Mariku nach einigen Stunden. Noch war es hell draußen, doch die Sonne begann sich schon stark gen Westen zu neigen.
Bakura schüttelte den Kopf. „Ich bleib noch ein bisschen. Fahrt ruhig schon ohne mich.“
„Aber verpass bloß nicht den Bus“, warnte ihn Mariku und Bakura winkte ab. „Ich trau’s dir zu“, murmelte Mariku beim Hinausgehen. Schweigend verließen sie das Krankenhaus und auch wenn die Stille Malik unangenehm war, so wusste er doch kein Thema mit dem er eine Unterhaltung anfangen konnte. Im Bus saßen sie nebeneinander, doch Mariku sah in die andere Richtung. Unruhig nestelte Malik am Saum seiner Jacke herum. Wieso nur lief es zwischen ihnen immer wieder so falsch? Er legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Er wollte nicht mit Mariku streiten. Sie hatten schon so viel gestritten und er war dessen müde. Wenn Mariku vernünftig war, verstanden sie sich super. Er verlieh Malik dann das Gefühl, als könnte er sich immer auf ihn verlassen. Malik ließ seinen Kopf wieder sinken und öffnete die Augen. Verstohlen sah er zu Mariku und sah gerade noch wie dieser seinen Blick wieder von ihm abwandte.
„Sorry“, flüsterte Malik. Er suchte die Fehler immer bei Mariku, aber vielleicht lag es auch an ihm? Für Mariku war es sicher auch nicht leicht mit ihm klarzukommen.
„Für was?“, fragte Mariku leise nach.
„Für…“ Wofür hatte er sich jetzt eigentlich entschuldigt? „Weil… weil… ich echt schwierig bin.“
Mariku prustete. „Ja, damit hast du sogar mal recht“, lachte er und grinste Malik an.
„Was soll das heißen, ich hab mal recht?“ Doch Mariku lachte nur weiter. Malik verschränkte murrend die Arme vor der Brust. Zumindest hatte er es geschafft Marikus Laune zu heben.


Mit guter Laune stiegen sie beide aus dem Bus aus. „Ich frag mich, ob der Winter je wieder aufhört.“ Malik rieb seine Hände.
„Du könntest dir auch einfach mal Handschuhe zulegen“, schmunzelte Mariku.
Malik zuckte mit den Schultern. Er bückte sich und hob etwas Schnee auf. Mariku war schon vorgegangen. Während er Mariku folgte, formte er den Schnee zu einem Ball, anschließend sah er erst auf den Schneeball in seiner Hand und dann zu Mariku. Malik begann zu grinsen.

Erschrocken zuckte Mariku zusammen, als ihn der Schneeball am Hinterkopf traf. Er drehte sich auf dem Absatz um. „DU!“, rief er aufgebracht und bewaffnete sich selbst mit Schnee, doch Malik war schneller und ihm flog erneut ein Schneeball entgegen. Er streifte Marikus Schulter. „Ich lass dich Schnee fressen, Junge!“ Mariku jagte Malik über das Schulgelände, wie sie es schon zu Silvester getan hatten. „Ich krieg dich!“ Doch Malik lachte nur.

Malik hielt sich die Seite und lehnte sich keuchend gegen einen Baumstamm. Vorsichtig spähte er hinter dem Baum hervor um zu sehen wo Mariku war, doch er konnte ihn nirgends entdecken. Hatte er ihn abgeschüttelt? Der Eingang zur Schule war nicht weit weg, wenn er bis nach drinnen schaffte, dann war er vor Mariku sicher. Er schloss kurz die Augen und drehte sich wieder nach vorne. Im nächsten Moment hatte er Schnee im Gesicht. „Hab ich dich“, keuchte Mariku. Malik prustete und wischte den Schnee aus seinem Gesicht.
„Verdammt.“ Sie grinsten sich an. „Mir tut alles weh.“
„Mir ist kalt.“
„Da nutzen auch die Handschuhe nichts mehr.“
„Du bist ganz schön vorlaut.“
„Das gefällt dir doch.“
„Richtig“, stimmte Mariku grinsend zu. „Das macht’s erst interessant.“ Er strich ihm die Schneereste aus dem Gesicht. „Und das tut mir jetzt auch fast leid.“ Bevor Malik reagieren konnte, spürte er Marikus Lippen auf seinen eigenen. Maliks Körper versteifte sich für einen Moment, dann hob er die Arme und legte seine Hände auf Marikus Schultern. Sein erster Impuls war, Mariku von sich zu stoßen, aber er brachte seinen Körper nicht dazu diesen Befehl auszuführen. Er schloss die Augen. Marikus Lippen waren rau und kalt.

Zu dem Zeitpunkt als sich Mariku von Malik löste, raste dessen Herz wie nach einem Sprint. „Schlag bitte nicht so fest zu“, murmelte Mariku und machte sich darauf gefasst von Malik geschlagen zu werden, doch Malik wandte sich von Mariku ab und sah zur Schule.
„Lass uns lieber reingehen, sonst werden wir noch krank.“ Überrascht sah Mariku auf, doch Malik vermied jeglichen Blickkontakt. Schweigend gingen sie zur Schule zurück. Malik schwirrte der Kopf und er presste die Lippen aufeinander. Während Kisara ihn geküsst hatte, hatte er sie die ganze Zeit mit Mariku verglichen, er hatte nicht aufhören können an ihn zu denken. Und jetzt? Er hatte nur am Anfang kurz gedacht Mariku wegzuschubsen, doch er hatte sich selbst nicht dazu bringen können es zu tun. Danach hatte er nichts mehr gedacht, nur noch dagestanden und Mariku geküsst. Seine Gefühle fuhren Achterbahn und er konnte noch nicht mal entscheiden, ob er den Kuss jetzt schön oder eklig fand. „Ich geh duschen“, murmelte Malik und schloss die Zimmertür hinter sich bevor Mariku noch etwas sagen konnte. Er eilte ins Badezimmer, schloss ab und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Tür. Leicht schlug er mit seinem Hinterkopf gegen das Holz.

Mariku starrte die Zimmertür an und wusste nicht so recht, was er von allem halten sollte. Er konnte wohl schon froh sein, dass Malik nicht ausgeflippt war. Ob er es als Zeichen werten durfte? Er machte sich jetzt schon zu viele Hoffnungen was Malik anging. Mariku wandte sich ab und zog sich in sein eigenes Zimmer zurück. Eine Dusche würde ihm sicher auch nicht schaden.

Malik schlug mit seiner flachen Hand gegen die Fliesen. Er war wütend. Wütend auf sich selbst, auf seine Situation, auf seine Schwester, auf Mariku, auf einfach alles. „Ich bin so ein Idiot“, sagte er laut. Es fiel ihm schwer sich einzugestehen, dass ihm der Kuss gefallen hatte. Er war nicht schwul. Er wollte es nicht sein. Die Leute würden über ihn reden und seine Freunde würden ihn auslachen. Er hasste es, wenn man über ihn tratschte. Er konnte nicht schwul sein. Er konnte einfach nicht. Egal, wie sehr ihm der Kuss gefallen hatte. Seine Freunde sollten ihn nicht komisch anschauen.
Malik drehte das Wasser heißer. Aber er war nicht in seinem gewöhnlichen Umfeld. Er war in diesem Internat und er hatte noch nie gesehen, dass jemand Mariku oder Bakura komisch ansah oder deswegen über sie redete. Hier war das normal. Niemand würde über ihn urteilen. Malik lehnte sich gegen die Wand. Es könnte sein Geheimnis sein. Sobald er die Schule beendet hatte, würde er sowieso alles hinter sich lassen. Er würde in sein normales Leben zurückkehren und seine Freunde würden nie erfahren, was hier passiert war.

Er stellte das Wasser ab und griff nach einem Handtuch. Aber konnte er das wirklich? Würde er am Ende in der Lage sein einfach alles hinter sich zu lassen? Aber vielleicht würde er auch schon nach kurzer Zeit feststellen, dass das alles nichts für ihn war. War es fair gegenüber Mariku? Malik schnaubte. Es war ja nicht so als ob Mariku ein Unschuldslamm war. Er hatte ja schon seinen Spaß mit ihm gehabt. Inzwischen war das aber irgendwie auch nicht mehr schlimm. Auch wenn es schwer fiel, so konnte er sich langsam eingestehen, dass es ihm gefallen hatte, zumindest der Teil an den er sich erinnerte. Außerdem hatte er wirklich Mariku angemacht. Er hatte ihn nur necken wollen, aber am Ende ohne Widerspruch zugelassen, dass sie miteinander schliefen. Malik ließ den Kamm sinken und atmete tief durch. Er würde es Mariku einfach sagen. Er würde ihm sagen, dass er es versuchen wollte, denn nur so konnte er sich ganz sicher sein. Dann sollte Mariku entscheiden, ob er das wollte oder nicht.


Als er zu Mariku ins Zimmer kam, war dieser nicht anwesend. Malik ging zur Badezimmertür und horchte. Da er Wasser rauschen hörte, setzte er sich aufs Bett und wartete. Er strich über das Bettlaken. Hier, auf diesem Bett, hatten sie miteinander geschlafen. Er lehnte sich zurück. Es schien eine Ewigkeit her zu sein. Malik schloss die Augen. Das hatte für ihn den Stein ins Rollen gebracht. Ob alles anders gekommen wäre, wenn er nie mit Mariku getrunken hätte? Zumindest zwischen ihnen wäre vieles anders. Gähnend rollte sich Malik zusammen. In den ganzen Monaten im Internat hatte er mehr erlebt, als in seiner ganzen Zeit in Japan zusammen. Er gähnte noch mal. Langsam wurde er müde. Die Schneeballschlacht gegen Mariku war anstrengender gewesen, als er gedacht hatte.

„Malik! Malik!“ Malik schreckte aus dem Schlaf hoch und blinzelte gegen das Licht. Mariku stand über ihm gebeugt und sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Warum bist du nackt?“, fragte Malik verschlafen.
„Man duscht für gewöhnlich nicht angezogen, außerdem trage ich ein Handtuch.“
Sich die Augen reibend setzte Malik sich auf. „Hab ich lang geschlafen?“
„Kommt drauf an, wie lange du hier schon liegst. Dabei hab ich mir schon oft gewünscht, du würdest hier liegen, aber in meiner Vorstellung hattest du so viel an wie ich im Moment anhabe, nur ohne das Handtuch.“
„Idiot“, murrte Malik und schlug ihm gegen die Brust. Mariku lachte und setzte sich zu ihm aufs Bett.
„Was führt dich zu mir?“
„Ist langweilig ganz allein.“
„Ich wüsste was um uns die Zeit zu vertreiben.“ Grinsend beugte sich Mariku zu Malik, doch dieser legte ihm die Hand auf die Brust und hielt ihn auf Abstand.
„Ganz schön frech heute.“ Mariku zuckte nur mit den Schultern. „Und zieh dir endlich was an!“
„Jaja, schon gut.“ Seufzend stand Mariku auf und zog sich das Handtuch von der Hüfte.
„Verdammt“, Malik bedeckte seine Augen mit seinen Händen, „kannst du mich nächstes Mal bitte vorwarnen?“ Hatte Mariku denn gar keine Scham?
„Okay, wenn ich mich das nächste Mal vor dir ausziehe, sag ich dir Bescheid“, erwiderte Mariku schmunzelnd. „Du tust so, als hättest du noch nie einen nackten Mann gesehen.“ Malik ließ seine Hände sinken. Kurz warf einen Blick auf Marikus nackte Rückseite, dann sah er zur Seite und wartete bis Mariku wieder zu ihm kam, bevor er ihn ansah. „Dabei hast du mich schon mal nackt gesehen.“
„Da war ich betrunken.“
„Und auch nackt.“ Malik schlug erneut nach Mariku, doch dieser wich aus. „Jetzt schlägst du mich, aber als ich dich geküsst hab, hast du’s nicht getan.“
„Das war… weil… weil du mich überrascht hast!“
„Wirklich? Ich kann das nicht wirklich glauben.“ Er kam wieder näher, doch Malik schob ihn erneut von sich.
„Ich wollte sowieso mit dir darüber reden.“ Er setzte sich anders hin, sodass er direkt neben Mariku saß und seine Beine vom Bett baumelten. „Der Kuss… und auch alles andere… das ist sehr verwirrend für mich. Ich war immer nur mit Frauen zusammen und dann kommst du und stellst alles auf den Kopf.“
„Ich würd mich ja entschuldigen, aber es tut mir nicht leid.“
Malik lächelte leicht. Ja, das war der Mariku, den er kennen gelernt hatte. „Ich weiß nur nicht, was du von mir erwartest.“
„Du könntest weniger verwirrt sein.“ Malik wollte etwas erwidert, doch Mariku drehte seinen Kopf zu ihm und küsste ihn kurz. „Immer noch verwirrt?“ Malik nickte. Der nächste Kuss dauerte länger. „Und jetzt?“
„Immer noch“, antwortete Malik leise. Sein Herz klopfte aufgeregt. Mariku drückte ihn aufs Bett und küsste ihn wieder. Seine Zunge schlüpfte in Maliks Mund und dieser legte langsam seine Arme um Mariku. Sein Herz raste inzwischen. Der Kuss war schön. Und wirklich verdammt gut. Er strich Mariku durch die Haare. Es war gar nicht so schlimm einen anderen Mann zu küssen. Es war nicht anders als mit einer Frau. In seinem Bauch spürte er ein angenehmes Ziehen.

Als sich Mariku von ihm löste, fühlte sich Malik atemlos. „Und jetzt?“, fragte Mariku flüsternd und strich Malik eine Strähne zurück.
„Ich weiß nicht, ob ich das kann“, erwiderte Malik und setzte sich auf. „Das ist für mich nicht leicht. Und ich kann ja nicht einfach sagen ‚Lass es uns ausprobieren und wenn ich keinen Bock drauf hab, dann lass die Finger von mir‘.“ Wobei das genau das war, was er sich noch vor kurzer Zeit selbst überlegt hatte. Inzwischen kam ihm das nur ziemlich dumm vor.
„Das ist okay für mich“, sagte Mariku überraschenderweise.
„Nein Mariku, das ist falsch. Am Ende machst du dir nur Hoffnungen, wo keine sind. Das ist einfach nur falsch.“
„Ich komm damit klar“, widersprach Mariku.
„Aber ich nicht!“ Malik stand auf, doch Mariku packte ihn am Handgelenk bevor er weggehen konnte. Mariku sah zu ihm hoch.
„Du magst es doch, wenn ich dich küsse.“
„Aber es würde nicht nur dabei bleiben! Oder wär dir das genug?“
„Nein.“
„Siehst du, und mehr geht für mich einfach nicht.“
„Wir haben schon miteinander geschlafen“, widersprach Mariku erneut.
„Soll ich mir jedes Mal einen hinter die Binde kippen, wenn du Bock auf Sex hast?“ Als Mariku nur mit den Schultern zuckte, seufzte Malik. „Ich bin nicht so wie du. Sex mit einem Kerl ist für mich… abstoßend.“
„Dafür hast du ziemlich gestöhnt.“

Malik ließ sich zurück aufs Bett fallen. „Was willst du hören? Das ich’s echt geil fand? Ja, ich fand’s geil, zumindest als ich sturzbesoffen war. Du hast doch meine Reaktion danach erlebt, sah das aus als hätt ich’s toll gefunden?“ Mariku sah nach unten auf seine Finger und antwortete nichts. Er sah deprimiert aus und Malik hatte ihn so noch nie zuvor gesehen. Er fühlte sich schlecht deswegen. Er kam einfach nicht mit der Situation klar. Malik legte Mariku die Hand auf die Wange und drehte seinen Kopf zu ihm. „Ich mag dich, auch wenn ich dich anfangs echt zum Kotzen fand und ich mag’s wenn du mich küsst.“ Malik ließ seine Hand sinken.
„Und wenn wir’s langsam angehen? Erst nur küssen bis du mehr willst?“, schlug Mariku vor. Er wollte nicht aufgeben, denn noch hatte Malik ihm keinen Grund dafür gegeben.
„Und wenn ich nie mehr will?“
„Dann ist das eben so.“ Er zuckte mit den Schultern.
„Hast du nicht vorhin noch gesagt, dass dir das nicht reicht?“
„Ja, und ich würd’s am liebsten jetzt sofort mit dir tun, aber wenn ich mich zusammenreißen muss, dann tu ich das.“ Mariku sah Malik ernst an. Inzwischen war ihm alles recht um mit Malik zusammen sein zu können und wenn das bedeutete, dass er eine Weile auf Sex verzichten musste, dann war das für ihn kein Problem. Seit er zum ersten Mal mit Malik geschlafen hatte, hatte er sowieso keinen mehr gehabt. Und sobald Malik endlich mit sich im Reinen war, würde es auch zwischen ihnen laufen. Mariku würde ihm schon zeigen, wie schön es mit ihm sein konnte.
Malik seufzte. „Du willst das wirklich?“ Mariku nickte. Sollte er sich allen Ernstes auf Mariku einlassen? Niemand würde es erfahren. Und es waren nur Küsse. Da war doch nichts dabei. Und wenn es zuhause niemand erfuhr, würde niemand über ihn reden und keiner würde lachen. „Okay.“ Er schluckte. „Wir machen’s.“
„Sex?“
Malik verdrehte die Augen. „Mariku!“
„Sorry.“ Mariku grinste. „Ich konnte nicht widerstehen.“ Mariku konnte nicht beschreiben, wie erleichtert er war. „Aber ich hab dir gleich am Anfang gesagt, dass du scharf auf mich bist.“ Malik wollte ihn schlagen, doch Mariku fing seine Hand ab und drückte ihn zurück aufs Bett.
„Du bist immer noch ein Arsch.“
„Ein Arsch, den du gerne küsst.“
„Na, da hab ich mir ja was eingebrockt“, murrte Malik bevor Mariku ihn küsste.

Fortsetzung folgt...

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